Die Finma ist im Fall Credit Suisse an ihre Grenzen gestossen. Das räumte selbst Direktor Urban Angehrn ein, als er vor zwei Monaten in einem Gastbeitrag für die NZZ schrieb, dass «in Extremfällen unsere Kompetenzen an Grenzen stossen». Dies hätten die Ereignisse rund um die Credit Suisse gezeigt.
Auch die Expertengruppe um den Basler Ökonomen Yvan Lengwiler stellte fest, dass ein Ausbau der Ressourcen in der Finanzaufsicht angezeigt sei. Ausländische Behörden hätten im Fall der Credit Suisse zwar anerkannt, dass trotz «bescheidener» Ressourcen die Abwicklungsplanung der Credit Suisse in «guter Qualität» vorbereitet werden konnte.
Es herrsche aber die verbreitete Meinung vor, heisst es weiter, dass die Finma «personell an ihre Grenzen gestossen» sei. Ein Ausbau der Ressourcen, insbesondere im Bereich «Recovery und Resolution» sowie bei der UBS-Aufsicht sei deshalb unerlässlich, schreibt die achtköpfige Expertengruppe in ihrem heute veröffentlichten Bericht zur «Bankenstabilität».
Beunruhigender Befund
Der Befund ist beunruhigend. Die Finma scheint im heutigen Zustand nicht über die nötigen Mittel zu verfügen, eine Grossbank adäquat zu beaufsichtigen. Es wäre fatal, wenn die Behörde ausgerechnet bei jenen Instituten versagt, die im Schadensfall die grössten volkswirtschaftlichen Verheerungen anrichten können. Ein Regulator, der nur kleine Banken wirksam beaufsichtigen kann, ist nur ein halber Regulator.
Um die Qualität der Aufsicht zu verbessern, hat die Gruppe einen brisanten Vorschlag, mit dem sie bei der Finma offene Türen einrennen dürfte. Die Experten schlagen nämlich vor, die Lohnbänder der Behörde nach oben anzupassen. «Um eine komplexe Bank wie die UBS oder auch die ZKB beurteilen zu können, braucht es eine breite Erfahrung in der Finanzindustrie», schreiben sie. Es sei wünschenswert, dass die Finma «noch mehr hochkarätige und sehr erfahrene Personen» aus der Finanzindustrie für die Bankenaufsicht gewinnen könne. «Dazu muss sichergestellt werden, dass bei der Entlöhnung genügend Spielraum besteht.»