Eine der grünsten Banken Deutschlands hat aus Protest die weltweit wichtigste Klima-Allianz im Finanzsektor verlassen. Die GLS Bank, ein Gründungsmitglied der Net-Zero Banking Alliance (NZBA), teilte mit, sie wolle nicht länger Teil einer Gruppe angehören, in der Grossbanken aus den USA immer noch Öl-, Gas- und Kohleprojekte in Schwellenländern unterstützen.
“Wir sind darauf aufmerksam geworden, dass einige grosse NZBA-Mitgliedsbanken weiterhin neue Infrastrukturprojekte für fossile Brennstoffe in Afrika finanzieren”, teilte eine Sprecherin der GLS gegenüber Bloomberg mit. Die GLS Gemeinschaftsbank nannte keine Namen von Wall-Street-Banken.
Eine Sprecherin der NZBA sagte, die Gruppe kommentiere einzelnen Austritte nicht. Allerdings sei es “unvermeidlich, dass sich einzelne Mitglieder im Laufe der Zeit aus verschiedenen Gründen zum Austritt entschliessen”, sagte sie.
Grosse US-Banken drohten mit dem Austritt
Die NZBA ist eine von mehreren Untergruppen der GFANZ, der Glasgow Financial Alliance for Net Zero. Diese wurde von Mark Carney im Vorfeld der UNO-Klimakonferenz 2021 gegründet. Angeschlossene Finanzinstitute haben sich verpflichtet, bis 2050 den CO₂-Ausstoss auf Netto-Null zu senken. Zu den Mitgliedern gehören Wall-Street-Riesen wie J.P. Morgan, Morgan Stanley oder Bank of America.
Die oben genannten Banken und die spanische Santander sollen im Herbst gedroht haben, die Allianz zu verlassen. Offenbar hatten sie Problem damit, dass sie mit ihrer Mitgliedschaft Massnahmen umsetzen müssen, die beim Klimaschutz zum Teil über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen.
Die GFANZ hat etwa Ziele der Uno-Kampagne Race to Zero übernommen, die konkrete Massnahmen beim Ausstieg aus fossilen Energieträgern vorsieht. Wer diese nicht umsetzt, dem droht der Ausschluss aus der GFANZ. Später wurden die Regeln aufgeweicht. Tatsächlich ausgestiegen ist der Asset-Manager Vanguard.
Das Ergebnis sei, dass “eine beträchtliche” Zahl der NZBA-Mitglieder weiterhin keinen “angemessenen” Ansatz verfolge, ihren CO₂-Fussabdruck zu senken, sagte die Sprecherin der Gemeinschaftsbank.
Aus der Schweiz gehören die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse zu den Erstunterzeichnern der NZBA. Im Dezember ist die Zürcher Kantonalbank der Allianz beigetreten.