Milliarden-Vergleich: UBS schliesst eines der letzten Greensill-Verfahren ab

Die UBS als Nachfolgerin der Credit Suisse schliesst einen Vergleich mit einer australischen Versicherungsgesellschaft. Es ging um eine Forderung von 2,8 Milliarden australischen Dollar.

Milliarden-Vergleich: UBS schliesst eines der letzten Greensill-Verfahren ab
Lex Greensill. Screenshot Bloomberg TV

Der australische Versicherer IAG hat sich mit Credit Suisse in einem Rechtsstreit über 2,8 Milliarden australische Dollar (1,6 Milliarden Franken) im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von Greensill Capital geeinigt. Der Prozess hätte diese Woche vor dem australischen Bundesgericht starten sollen.

Dem Deal vorausgegangen war ein jahrelanges juristisches Hickhack. Die Verhandlung wurde ausgesetzt, nachdem IAG und Credit Suisse Gespräche über einen Vergleich aufgenommen hatten.

IAG ist eine der grössten Versicherungsgesellschaften in Australien. Sie teilte am Freitag mit, dass sie eine Einigung mit der CS erzielt habe. Die Vergleichssumme wurde nicht genannt. Aufgrund von Rückversicherungs- und Entschädigungsvereinbarungen werde die Einigung keinen wesentlichen Einfluss auf das Jahresergebnis haben, sagte IAG.

Auch Marsh, einer der weltweit grössten Versicherungsbroker, war Partei im Verfahren und ist auch Teil des Vergleichs.

Factoring gone wrong

Greensill Capital wurde vom australischen Finanzier Lex Greensill gegründet. Das Unternehmen brach Anfang 2021 wie ein Kartenhaus zusammen, nachdem es seine Versicherungsdeckung nicht verlängern konnte. Greensill war im Factoring-Business tätig und finanzierte für Kunden ausstehende Rechnungen.

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Greensill hinterliess einen riesigen Schuldenberg. Quelle: HO

Diese Forderungen wurden gebündelt und an Investoren verkauft. Kunden der Credit Suisse hatten über spezielle Fondsvehikel 10 Milliarden Dollar ins Greensill-Universum fliessen lassen. Später stellte sich heraus, dass die Rechnungen zum Teil fiktiv waren und somit nicht verwertet werden konnten.

Die Credit Suisse und später die UBS als Rechtsnachfolgerin sowie weitere Gläubiger gingen daraufhin gerichtlich gegen eine Vielzahl von Firmen und Personen vor, die am Greensill-Komplex beteiligt waren. Auch gegen Versicherungen, die eine Deckung der Forderungen garantierten. Die Anwälte der Grossbank argumentierten, dass die Verluste durch Policen hätten gedeckt sein müssen, die mit dem in Sydney ansässigen Versicherer The Bond & Credit Co abgeschlossen worden waren. Dieser gehörte Tokio Marine und IAG.

Die Versicherer wiesen diese Forderungen zurück. Sie argumentierten, die zwischen The Bond & Credit Co und Lex Greensill abgeschlossenen Policen seien ungültig gewesen. Sowohl IAG als auch Tokio Marine hatten sich bereits Anfang dieses Jahres mit Gläubigern der Greensill Bank über andere Forderungen geeinigt.

Für die UBS verschwindet damit eine weitere Altlast der Credit Suisse. Auch der 440-Millionen-Dollar-Prozess gegen SoftBank/Katerra ist inzwischen definitiv abgeschlossen. Letzten Oktober verlor die UBS den Fall vor dem High Court in London. Lex Greensill wurde im Juni mit einem neunjährigen Berufsverbot belegt.

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