Der Internationale Währungsfonds schlägt sich auf die Seite des Bundesrats

In der Debatte um die Lex UBS erhält Finanzministerin Karin Keller-Sutter Unterstützung von einer der weltweit wichtigsten Organisationen für globale Stabilität. Gefahren sieht der IWF im Immobilienmarkt.

Der Internationale Währungsfonds schlägt sich auf die Seite des Bundesrats
Der Internationale Währungsfonds schlägt sich auf die Seite des Bundesrats (Quelle: Dulant Pang, Unsplash)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) begrüsst die «Entschlossenheit» der Schweizer Behörden, ihre «Too-big-to-fail»-Agenda umzusetzen. Insbesondere lobt die Organisation mit Sitz in Washington D.C. den «Vorschlag, G-SIBs in der Schweiz zu verpflichten, ihre ausländischen Tochtergesellschaften vollständig mit CET1-Kapital abzusichern». Das sei zielgerichtet, lobenswert und stehe im Einklang mit den FSAP-Empfehlungen (Financial Sector Assessment Program).

Zudem ist der IWF der Überzeugung, dass die neue sogenannte Extended Liquidity Facility (ELF) der Nationalbank das Sicherheitsnetz stärkt. Wenn die Fazilität Anfang 2027 in Betrieb geht, werde dieser staatliche Auffangmechanismus die Stabilität des Finanzsystems weiter erhöhen.

Auch zur Finma äussert sich der IWF: Die laufenden Personalaufstockungen bei der Finanzaufsicht und die vorgeschlagenen Erweiterungen ihrer Befugnisse seien zu begrüssen. Der IWF nennt namentlich die Befugnis der Behörde, externe Prüfungen vollständig zu beauftragen und zu beaufsichtigen. Ebenfalls positiv sieht der IWF die geforderten Einschränkungen bei der Aussetzung von Finma-Verfügungen durch Gerichtsverfahren.

Im Bundesrat dürfte man den IWF-Report mit Genugtuung lesen. Der Internationale Währungsfonds gilt weltweit wichtigsten Organisationen, die sich mit zentralen Fragen der globalen wirtschaftlichen Stabilität beschäftigt. Als Sonderorganisation der Vereinten Nationen überwacht der IWF das weltweite Finanzsystem, vergibt Kredite in Krisenzeiten und berät Regierungen, um Zahlungsbilanzkrisen und den Zusammenbruch von Währungen zu verhindern.

Erhebliche Risiken im Immobilienmarkt

Kritisch sieht der IWF in seinem Länderexamen unter anderem den Schweizer Immobilienmarkt. «Die starke Konzentration der Kreditvergabe auf den Immobiliensektor setzt das Bankensystem erheblichen Risiken aus», heisst es im Bericht. Die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum würden deutlich über ihrem fundamental gerechtfertigten Niveau liegen. Gleichzeitig erhöhten die niedrigen Renditen bei Wohnrenditeliegenschaften die Ausfallrisiken, und der Anteil der Kredite, die den bankinternen Tragbarkeitskriterien nicht entsprächen, bleibe hoch.

Da der sektorielle antizyklische Kapitalpuffer bereits vollständig ausgeschöpft sei, könnten zusätzliche Instrumente dazu beitragen, die bestehenden Verwundbarkeiten einzudämmen. Der IWF nennt eine Verschärfung der Vorgaben zur Tragbarkeit, eine Anhebung des antizyklischen Kapitalpuffers sowie höhere Risikogewichte für Immobilienkredite. Auch könnten eine Vereinfachung und Beschleunigung von Baubewilligungsverfahren den Druck auf den Immobilienmarkt verringern.

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