Wie einem internen Memo zu entnehmen ist, umfasst das sogenannte Leadership Team im Bereich Global Wealth Management (GWA) insgesamt 23 Personen. Auf diese Zahl kommt man, wenn man alle Personen zusammenzählt, die in dem am Montag von Iqbal Khan verschickten Memo aufgelistet sind.
In dem Schreiben mit dem Titel: «Becoming the global wealth powerhouse – Moving forward with confidence and pride – together» begrüsst der GWA-Chef «unsere neuen Kolleginnen und Kollegen der Credit Suisse». «Gemeinsam werden wir die Marktführerschaft im asiatisch-pazifischen Raum, in Europa, Lateinamerika und im Mittleren Osten übernehmen und die Stärke haben, es mit den grössten Anbietern im US-Markt aufzunehmen», schreibt Khan. Die eigentliche Neuigkeit im Schreiben waren jedoch die zahlreichen Ernennungen, die Khan bekannt gab. Die überraschendste ist die von Yves-Alain Sommerhalder, der Nachfolger von Francesco De Ferrari wird. Sommerhalder, der vor seinem Wechsel zur UBS im vergangenen Jahr bei der Credit Suisse in Asien grosse Kreditpakete für reiche Kunden schnürte, vertritt im GWA-Führungsgremium des alte Wealth Management der Credit Suisse.
Eine grosse Geschäftsleitung kostet viel Geld
Sommerhalder wird zusammen mit GWA-COO Wiwi Gutmannsbauer das Integrationsteam leiten. De Ferrari wiederum wird «Senior Advisor» von Iqbal Khan und nimmt Einsitz in die GWA-Geschäftsleitung. Von der Credit Suisse kommt auch der neue Finanzchef der Division. Kinner Lakhani war zuvor Head of Group Strategy and Development sowie Head of Investor Relations bei der übernommenen Bank.
In Khans Führungsteam wird Asien mit einer Doppelspitze vertreten sein. Die APAC-Region wird mit Ami Lo und Jin Yee Young künftig von zwei Frauen geführt. Benjamin Cavalli und August Hatecke übernehmen neue Aufgaben: Cavalli wird von Singapur aus die sogenannten Strategic Clients leiten. Er übernimmt den Bereich von Joe Stadler, der die UBS im Laufe des Jahres verlassen wird. Hatecke leitet das Wealth Management in der Schweiz.
Neben den genannten Führungspersönlichkeiten umfasst das Leadership Team von Iqbal Khan zahlreiche weitere Funktionen und Rollen. Insgesamt kommen so 23 Personen zusammen, wie ein UBS-Sprecher bestätigt. Davon sind 15 sogenannte Direct Reports, also Manager, die direkt an Khan berichten.
Andere sitzen zwar im Leadershipteam, berichten aber an andere Manager innerhalb des Bankkonzerns. Dazu gehören beispielsweise die Bereiche Human Resources, Chief Risk Officer, General Counsel, Compliance und Operational Risk Control.
15 Direktunterstellte und 23 Mitglieder der Geschäftsleitung – kann man so einen Laden noch effizient führen? Klar ist, dass Iqbal Khan sich das zutraut. Ob er es schafft, ist eine andere Frage. Eine halb so grosse Geschäftsleitung und halb so viele direkte Unterstellte würden jedenfalls eher typischen Führungsgrundsätzen entsprechen.
Zudem kosten 23 Manager auf dieser Hierarchiestufe enorm viel Geld. An Schluss müssen die Zahlen stimmen. UBS-Präsident Colm Kelleher und CEO Sergio Ermotti interessiert vor allem eines: Ob die neue Riesenabteilung mit rund 3500 Milliarden Dollar verwalteten Vermögen genügend Vorsteuergewinn in die Kassen spülen wird.