Der im Jahr 2013 gegründete Bitcoin-Pionier weitet seine Aktivitäten auf den deutschen Markt aus. Voraussetzung dafür ist die MiCAR-Lizenz, welche die liechtensteinische Finanzmarktaufsicht (FMA) ende Juni erteilte. Dank dieser Zulassung als Crypto Asset Service Provider (CASP) kann Bitcoin Suisse regulierte Krypto-Dienstleistungen durch Passporting grundsätzlich im gesamten EWR (27 EU-Staaten plus EFTA-Länder) anbieten.
«Liechtenstein ist seit 2018 einer unserer Standorte und mit dem TVTG (Gesetz über Token und VT-Dienstleister) einer der Pioniere der Krypto-Regulierung. Unsere Überzeugung war immer: Vertrauen entsteht durch Regulierung, nicht an ihr vorbei», sagt Andrej Majcen, Group CEO und Co-Founder von Bitcoin Suisse gegenüber tippinpoint. Mit dem Passporting für Deutschland bediene das Unternehmen deutsche Kunden direkt. Eine zusätzliche BaFin-Zulassung für dieselben MiCAR-Dienstleistungen sei dafür grundsätzlich nicht erforderlich.
Bitcoin Suisse richtet sich in Europa gezielt an vermögende Privatkunden, Unternehmen und institutionelle Investoren. Dabei setze das Unternehmen auf seine mehr als zehnjährige Erfahrung im Kryptomarkt, die sich über mehrere Marktzyklen hinweg bewährt habe, hält das Unternehmen fest. Zum Angebot zählen insbesondere Handel, Verwahrung und Staking von digitalen Vermögenswerten. Als zentrale Unterscheidungsmerkmale nennt das Unternehmen seine eigene technologische Infrastruktur sowie ein Betreuungsmodell, bei dem jeder Kunde einen persönlichen Ansprechpartner erhält.
Der Deutschlandvorstoss im Krypto-Winter erscheint nicht optimal. Doch der Bitcoin-Suisse-CEO entgegnet, die europäische Expansion sei über mehrere Jahre vorbereitet worden. Die Nachfrage aus Deutschland habe schon lange vor dem aktiven Markteintritt bestanden. Was fehlte, war ein einheitlicher regulatorischer Rahmen. «Genau den schafft MiCAR: Mit der MiCAR-Lizenz und dem Passporting können wir mit Bitcoin Suisse (Europe) AG den Markt nun gezielt bearbeiten», so Majcen. Kurzfristige Kursbewegungen seien für diesen Entscheid nicht ausschlaggebend. Bitcoin Suisse habe seit 2013 mehrere Marktzyklen durchlaufen.
Der logische nächste Schritt
Die Expansion nach Europa verantwortet Roman Przibylla, der über viel Erfahrung im Finanzsektor verfügt und am 1. Dezember 2025 zu Bitcoin Suisse wechselte. Deutschland ist für Bitcoin Suisse kein komplett neuer Markt. Der Schweizer Arm der Gruppe zählt gemäss Pressemitteilung bereits seit Gründung eine Vielzahl an deutschen Kunden.
«Die Schweiz bleibt unser Heimmarkt und unser Fundament. Deutschland ist der logische nächste Schritt: bestehende Nachfrage, eine hohe Dichte an vermögenden Kunden und ein Markt, der unter MiCAR weiter an Reife gewinnt», sagt Majcen. Der Ansatz werde in Deutschland derselbe sein: Bitcoin Suisse positioniert sich als krypto-nativer Premium-Spezialist mit Trading, Custody und Staking auf vollständig eigener Infrastruktur und einem festen Relationship Manager statt anonymem Massengeschäft. «Das konkrete Angebot richtet sich nach dem jeweiligen regulatorischen Rahmen», ergänzt Majcen.
Nicht im Preiskampf des Massenmarktes
Der Krypto-Markt Deutschland ist kein einfaches Pflaster. Bitcoin Suisse wird nicht im Massenmarkt in den Preiskampf mit etablierten Anbietern wie Bitpanda, Trade Republic und Bison treten. Ob die Schweizer das richtige Angebot haben, um sich bei vermögenden Privatkunden, institutionellen Investoren und Family Offices zu etablieren, muss sich noch zeigen. Andere Plattformen und etablierte Anbieter bearbeiten dieses Segment bereits. Die langjährige Erfahrung im Kryptomarkt Schweiz dürfte für Bitcoin Suisse ein Plus sein.
«Zum Start ist keine eigene Niederlassung in Deutschland geplant; eine physische Präsenz wird mittelfristig geprüft», ergänzt der CEO. Deutsche Kunden würden vor allem den Unterschied spüren: einen festen Ansprechpartner, direkten Zugang zu echten Krypto-Experten und massgeschneiderte Lösungen auf der eigenentwickelten Kerninfrastruktur. Bitcoin Suisse sei nicht die Lösung für jeden, sondern für Kunden, denen Standardzugang nicht reiche.

