Ein Vermögensverwalter mit Kundenvermögen in Milliardenhöhe hat dem UBS Wealth Management den Rücken gekehrt – und ist zu Morgan Stanley zurückgekehrt. Steve Gold, Chef der gleichnamigen Wealth Management Group, soll für die UBS Erträge in der Höhe von 8 Millionen Dollar erwirtschaftet haben. Das fünfköpfige Team aus Miami ist vor sechs Tagen zur Konkurrentin Morgan Stanley gewechselt.
Für die UBS ist das ein Verlust und zeigt, wie schwierig es für die Schweizer Grossbank ist, im nordamerikanischen Markt ihre Fussabdruck zu vergrössern. Gold startete seine Wealth-Manager-Karriere vor über 25 Jahren bei Morgan Stanley und wechselte fünf Jahre später zu UBS PaineWebber. Nun geht er also wieder zu seinem ersten Arbeitgeber.
Gleichzeitig gibt Vermögensverwalter seine Gold Wealth Management Group auf und wird wieder Angestellter der US-Grossbank. Der Wechsel weg von der Unabhängigkeit hat auch regulatorische Hintergründe. In den USA hat die amerikanische Aufsichtsbehörde FinCEN die Regeln für unabhängige Vermögensverwalter verschärft, was einen administrativen Mehraufwand bedeutet. Deshalb überlegen sich derzeit viele Manager, ihre Selbständigkeit aufzugeben.
Bitterer Abgang
Für die UBS ist der Abgang des Miami-Teams bitter, da die Bank ihren unabhängigen US-Vermögensverwaltern höhere Einnahmen in Aussicht stellte. Konkret machte die Grossbank das Angebot, 550 Prozent auf den letztjährig erwirtschafteten Erträgen zu zahlen. Das Angebot ist auf eine Laufzeit von 16 Jahren ausgelegt und richtet sich an Teams mit mindestens 7 Millionen US-Dollar Jahresumsatz. Dabei sollen 250 Prozent als Sofortzahlung fliessen, der Rest sei an langfristige Leistungsziele geknüpft.
Branchenüblich waren bisher Pakete, die bei 435 Prozent der Erträge über eine Laufzeit von zwölf Jahren lagen. Allerdings hat sich der Wettbewerb durch den Einstieg von Private-Equity-Gesellschaften deutlich verschärft. Zuvor haben bereits andere Konkurrenzbanken der UBS die Vergütungen für Vermögensverwalter-Teams auf 500 Prozent der Erträge hochgeschraubt. Die UBS habe so viele Berater verloren, dass sie jetzt rekrutieren müsse, sagte ein Insider in einem Branchendienst.
Fehlende Skaleneffekte
Gemäss Quartalsbericht zählt die UBS zwischen Q1 2025 und Q1 2026 160 Berater weniger in den USA. Dank guter Märkte kletterten die Erträge um 9 Prozent – gleichzeitig sind die Kosten in diesem Zeitraum um 7 Prozent gestiegen. Das Kosten-Ertragsverhältnis nahm nur leicht von 87,6 auf 86,3 auf Prozent ab. Die Zahlen weisen auf das alte Problem fehlender Skaleneffekte im nordamerikanischen Vermögensverwaltungsgeschäft hin.
Die UBS hat gegenüber der Plattform AdvisorHub betont, dass die Mitarbeiterfluktuation nachlassen werde, da die Rekrutierungsaktivitäten in diesem Jahr wieder zunehmen. Gleichzeitig will auch die UBS in eigene Leute investieren.
Den Ausbau des Wealth-Geschäfts in den USA sieht die UBS-Spitze als strategisch an. Die Grossbank hat im März 2026 von der US-Aufsichtsbehörde OCC (Office of the Comptroller of the Currency) eine nationale Banklizenz erhalten. Damit kann die Bank ihr Angebot im Kreditbereich ausbauen, was die Margen verbessern und damit auch das Kosten-Ertragsverhältnis auf ein vernünftiges Mass senken soll. Gleichzeitig steigen damit aber auch die Risiken.

