Die UBS und weitere europäische Grossbanken sollen vermögenden Kunden Strategien anbieten, um von den hohen Sparzinsen in Saudi-Arabien zu profitieren. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Demnach hat die UBS Wealth-Management-Kunden eine Struktur vorgestellt, bei der Kundengelder mit Fremdkapital gehebelt und anschliessend bei saudischen Banken angelegt werden. Ziel sei es, die Rendite auf Cash-Positionen deutlich zu erhöhen. Als möglicher Partner wird unter anderem die saudische Al Rajhi Bank genannt, die zuletzt Sparzinsen von rund 5,1 Prozent angeboten hatte.
Auch die spanische Banco Santander habe entsprechende Modelle geprüft, berichtet Bloomberg weiter. Im Kern handelt es sich um eine Form des Carry Trades. Dabei werden Zinsdifferenzen zwischen verschiedenen Märkten ausgenutzt. Das Währungsrisiko gilt in diesem Fall als begrenzt, da der saudische Riyal an den US-Dollar gekoppelt ist. Für die Banken lohnt sich das Geschäft doppelt: Sie können Strukturierungsgebühren und zusätzlich eine Marge auf dem bereitgestellten Fremdkapital einkassieren.
Saudische Banken brauchen Einlagen
Saudi-Arabiens Finanzinstitute haben ihre Sparzinsen in den vergangenen Jahren erhöht, um zusätzliche Einlagen anzuziehen. Sie machen das, um ihre Funding-Struktur zu verbessern. Hintergrund sind die milliardenschweren Investitionen im Rahmen der Wirtschaftsreformen von Kronprinz Mohammed bin Salman. Die Finanzierung zahlreicher Grossprojekte hat die Liquidität der Banken an den Anschlag gebracht.
Das Kreditvolumen an öffentliche und private Schuldner belief sich laut Angaben der saudischen Zentralbank zuletzt auf 3,4 Billionen Riyal. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von rund zehn Prozent.

