Der Zürcher FDP-Nationalrat Beat Walti gehört unbestrittenermassen zum Team UBS. Als prominenter Parteigänger von Karin Keller-Sutter ist er bemüht, der von der Finanzministerin vorgeschlagenen Too-big-to-fail-Regulierung die Zähne zu ziehen.
In der Fragestunde des Nationalrats beruft er sich auf eine in der Financial Times zitierte Studie der Beratungsgesellschaft Alvarez & Marsal. Diese kommt zum Schluss, dass eine Deregulierung der Kapitalanforderungen für Banken in den USA und Grossbritannien eine «höhere und günstigere» Kreditvergabe an Unternehmen ermöglichen würde.
Walti wollte vom Bundesrat wissen, ob dieser sich der «nachteiligen» Folgen bewusst sei, die ein derart «restriktiver» Kurs für die Kreditversorgung und die Finanzierungskosten der Realwirtschaft sowie für Investitionen und Wachstum haben könnte.
«Keine direkten Auswirkungen»
In seiner schriftlichen Antwort von diesem Montag hält das Finanzdepartement von Karin Keller-Sutter fest, dass der Bundesrat einen guten Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten als zentral für die Wirtschaft erachte. Aktuell gebe es jedoch keine Anzeichen einer Kreditklemme. Das EFD verweist dabei auf Analysen der Schweizerischen Nationalbank vom Februar 2026 und kontert damit die Befürchtungen Waltis.
Zudem hätten die Vorschläge des Bundesrates zur Stärkung des Too-big-to-fail-Regimes «keine direkten Auswirkungen» auf Unternehmenskredite. Verschärfungen bei den Eigenmittelvorschriften für Unternehmenskredite in der Schweiz seien nicht vorgesehen.
Die Finanzierungssituation der KMU werde im Rahmen der Umfragen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) weiterhin eng beobachtet. Darüber hinaus verweist das EFD auf geplante Entlastungs- und Fördermassnahmen am Kapitalmarkt, die noch in diesem Jahr im Rahmen einer Bereichsstudie geprüft werden sollen.

