Der Übernahmekampf um die Commerzbank geht zu Ende. Verwaltungsratspräsident Jens Weidmann hat die italienische Unicredit öffentlich zu Gesprächen mit dem Management in Frankfurt aufgefordert. «Auch wenn wir es uns anders gewünscht hätten, die Mehrheitsverhältnisse auf der nächsten Hauptversammlung sind klar», sagte er. Nun gehe es darum, in konstruktiven Verhandlungen wichtige Eckpunkte für Mitarbeitende, Aktionäre und Kunden festzulegen.
Die Aussagen gelten als erstes öffentliches Eingeständnis der Commerzbank-Spitze, dass der Kampf um die Eigenständigkeit verloren ist. Nachdem sich Unicredit-CEO Andrea Orcel weitere 17 Prozent der Aktien gesichert hat, dürfte die italienische Grossbank nach den aufsichtsrechtlichen Genehmigungen knapp die Hälfte der Anteile an der zweitgrössten deutschen Bank kontrollieren. Damit nimmt sie eine dominierende Stellung im Aktionariat sein.
Weidmanns Vorstoss markiert einen deutlichen Strategiewechsel. Während sich die Commerzbank-Führung in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten vehement gegen eine Übernahme gewehrt hatte, scheint scheinen nun Details eines Zusammenschlusses in den Vordergrund zu rücken. Gleichzeitig setzt sich Weidmann dafür ein, dass die aktuelle Commerzbank-Führung mit Bettina Orlopp an der Spitze teil der Gespräche über die Zukunft der Bank ist. Andrea Orcel hat das bisher abgelehnt.