Im Februar 2026 entzog die Finma der MBaer Merchant Bank die Lizenz. Seither befindet sich die vom Bär-Spross Mike Bär gegründete Bank in Liquidation. Für diesen Job hat die Behörde den Basler Anwalt Daniel Staehelin von Kellerhals Carrard mandatiert.
Für die Kunden und Aktionäre der Bank ist der bisherige Verlauf der Liquidation ein Frust, da sie kaum Informationen über den Stand der Abwicklung erhalten. So hat das Team um Staehelin bis zum heutigen Tag noch keine sogenannte Liquidationseröffnungsbilanz erstellen können.
Warum das so lange dauert, darüber machen der Liquidator und auch die Finma keine Angaben. Eine gut informierte Quelle verweist darauf, dass die Eröffnungsbilanz auf der Jahresrechnung 2025 aufbaue. Diese müsse zuerst erstellt und durch die Revisionsgesellschaft geprüft werden. Auch die Liquidationseröffnungsbilanz muss von der Prüfgesellschaft geprüft werden. Diese Arbeiten würden erfahrungsgemäss Zeit in Anspruch nehmen, so die Quelle. Erst dann wird die Bilanz den Aktionären zugestellt.
Bewegung an der Kundenfront
Bewegung gibt es offenbar an der Kundenfront. Obschon MBaer nur 700 Kunden zählt, kam es während Monaten zu keinen Auszahlungen. Laut der Quelle sind in der Zwischenzeit nun aber erste Auszahlungen erfolgt. Wie viele Kunden Geld erhalten haben, ist allerdings nicht bekannt. Die Finma macht dazu keine Angaben.
Die Finma hat anlässlich der Schliessung von MBaer darauf verwiesen, dass 80 Prozent der Geschäftsbeziehungen der Bank erhöhte Risiken aufwiesen. Zuletzt hätten 98 Prozent der entgegengenommenen Vermögenswerte von Hochrisikokunden gestammt. Allerdings war das Geschäft mit Kunden, um die andere Banken einen Bogen machten, eine Spezialität der Bank.
Ob das Hochrisikoargument erklärt, warum die Auszahlung so lange dauert, ist fraglich. Schon während der monatelangen Remediationsphase, in der Zeit vor der Schliessung also, als die Finma die Bank bereits eng überwachte, hatte MBaer viele Kundendossiers auf den neuesten Stand gebracht.

Weshalb nun offenbar nochmals alle Kundendossiers durchgekämmt werden müssen, lässt sich nicht in Erfahrung bringen. Die Finanzmarktaufsicht und der Liquidator äussern sich offiziell dazu nicht.
Die Kommunikation wirft Fragen auf. Während es beim Schliessungsakt im Februar nicht laut genug sein konnte, ist es jetzt umso stiller. Der Liquidator lässt Mails inzwischen unbeantwortet, und die Finma gibt sich ebenfalls schmallippig. Dass sie nicht mehr sagen könne, habe mit der «Vertraulichkeit» des Falles zu tun. Was bei MBaer allerdings nur schwer nachzuvollziehen ist, da die Bank im Markt gar nicht mehr existiert – zur Strecke gebracht von der Finma.