Insgesamt bleibt die Lage auf dem Zürcher Arbeitsmarkt stabil. Die Arbeitslosenquote verharrte im Oktober bei 2,9 Prozent. Ganz anders sieht es bei den Banken aus: Hier steigt die Zahl der Arbeitslosen weiter an und hat inzwischen einen neuen Höchststand erreicht.
Ende Oktober waren im Kanton Zürich 1672 Personen aus der Bankenbranche bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) als arbeitslos registriert. Das sind 51 mehr als im September und 399 mehr als vor einem Jahr. Innert zwölf Monaten ist die Zahl der arbeitslosen Banker damit um 31,3 Prozent gestiegen.
Wie stark sich die Situation auf dem Finanzplatz Zürich verschlechtert hat, zeigt sich in der längeren Frist: Im März 2023, als die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS beschlossen wurde, waren erst 747 Banker arbeitslos gemeldet. Seither hat sich ihre Zahl mehr als verdoppelt. Der Anstieg beträgt rund 124 Prozent.
Noch im August 2026 hatte die Statistik mit 1627 Betroffenen einen neuen Höchststand ausgewiesen. Nach einem leichten Rückgang im September geht es nun wieder aufwärts.
Die Entwicklung steht im Gegensatz zum stabilen Arbeitsmarkt. Im Oktober waren im Kanton Zürich 25'724 Personen arbeitslos gemeldet, lediglich 29 mehr als im Vormonat. Saisonbereinigt ging die Arbeitslosigkeit sogar leicht zurück.
Besonders deutlich wird der Unterschied im Jahresvergleich: Während die Arbeitslosigkeit über alle Branchen hinweg um 8 Prozent zunahm, betrug der Anstieg bei den Banken 31,3 Prozent. Die Bankenbranche entwickelt sich damit fast viermal so schlecht wie der Gesamtarbeitsmarkt.
Auch die Finanzbranche insgesamt verzeichnet einen deutlichen Anstieg. Einschliesslich Versicherungen und weiterer Finanzdienstleister waren Ende Oktober 2862 Personen arbeitslos, 23,8 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Stellenabbau bei der UBS hinterlässt Spuren
Ein wesentlicher Belastungsfaktor für den Zürcher Bankenarbeitsmarkt ist die laufende Integration der Credit Suisse in die UBS. Seit der Übernahme im Frühjahr 2023 hat die Grossbank weltweit rund 21'500 Vollzeitstellen abgebaut.
Allein im dritten Quartal 2026 reduzierte sich der Personalbestand einschliesslich externer Mitarbeitender um weitere knapp 2400 Stellen. Der Abbau ist noch nicht abgeschlossen. Der Druck auf den Arbeitsmarkt für Bankangestellte wird also weiter hoch bleiben.
Wie Tippinpoint letzte Woche berichtete, führte der Arbeitgeberverband der Schweizer Banken erstmals ein Seminar über Massenentlassungen und Sozialpläne durch.