Seit Monaten bangen Tausende Anleger der Finanzgesellschaft AIX Investment Group um ihre investierten Gelder. Die Finanzfirma aus Dubai versprach mit undurchsichtigen Investments garantierte Renditen von 12 bis 30 Prozent. Doch statt Traumcoupons zu kassieren, haben Anleger nun Millionenklagen eingereicht.
Unter den Klägern befindet sich auch ein prominenter Schweizer: Der ehemalige Mister Schweiz und heutige Unternehmer Adel Abdel-Latif fordert von einer Gesellschaft der AIX-Gruppe, die auch einen Ableger in Zürich hat, rund 7,9 Millionen Dollar zurück. Der in Dubai lebende Schweizer reichte im Juni Klage beim Dubai International Financial Centre Court ein.
Sich äussern dazu will er nicht. Auch nicht zu seinem eigenen Finanzventure, mit dem er Anlegern eine zweistellige «garantierte Fixrendite» versprach. Er warb mit den Worten: «Lassen Sie Ihr Kapital gezielt für sich arbeiten – mit Struktur und Sicherheit». Er, Dr. med. Adel Abdel-Latif, stehe für eine neue Generation von Investoren: «analytisch, unternehmerisch und mit echtem ‘Skin in the Game’».
Doch inzwischen ist Sendepause. Auf Abdel-Latifs Homepage AL-Investment erscheint ein Pop-up mit dem Hinweis, dass man bis auf Weiteres aufgrund der angespannten geopolitischen Lage im Mittleren Osten keine neuen Investoren mehr annehme.

Eine Art Feeder-Fonds für AIX Investment?
Es stellen sich mehrere Fragen: Gibt es eine Verbindung zwischen AIX Investment und Abdel-Latifs AL-Investment? Agierte Abdel-Latif als eine Art Feeder-Fonds für AIX Investment? Flossen somit Gelder von Co-Investoren zu AIX Investment? Sind unter den 7,9 Millionen Dollar, die der Unternehmer bei AIX einklagt, auch Gelder von Co-Investoren? Tippinpoint konfrontierte den Unternehmer mit diesen Fragen. Er liess sie unbeantwortet.
Die hohe Klagesumme und der Ansatz, «eigenes Kapital gemeinsam mit unseren Investoren zu investieren», könnten nahelegen, dass zumindest ein Teil der Gelder zu AIX Investment geflossen ist.
Adel Abdel-Latif tritt nachweislich seit spätestens 2022 öffentlich als Anbieter hochverzinslicher Investments auf. Seine Plattform «Dr. Abdel-Latif Investment» warb damals noch mit einer garantierten Jahresrendite von 12 Prozent, wie auf einem Linkedin-Post von 2022 nachzulesen ist:
Im Januar 2023 verschickte er eine E-Mail an Investoren und Interessierte und sprach von einem erzielten «Profit» von 28,4 Prozent für das Jahr 2022. Die Strategie stehe auf äusserst starken und fundierten Beinen und habe ausnahmslos allen seinen Investoren hervorragende Profitanteile beschert.
Das letzte E-Mail-Update für Interessierte kam im Oktober 2025. Damals warb Adel Abdel-Latif für sein sogenanntes Future-Portfolio: «10,5 % vertraglich garantierte, jährliche Fixrendite, über 30 Monate Laufzeit, mit vollständiger Kapitalrückzahlung im 31. Monat.»
Gemäss Angaben auf der Website werden die Gelder in drei Bereiche investiert: Immobilien und Projektentwicklung in Dubai, Private-Equity-Beteiligungen an «skalierbaren Unternehmen» sowie in «digitale Geschäftsmodelle und Cashflow-Assets». Die öffentlich verfügbaren Informationen zu den Investments sind dürr.
Anfang 2026 brach der Irankrieg aus. Die Immobilienpreise in Dubai sind im Durchschnitt zwischen 20 und 30 Prozent gefallen.