Der Reiz der schnell verschiebbaren Millionen

Fast 136’000 Menschen besitzen Kryptovermögen von mindestens einer Million Dollar. Das macht sie für Berater wie Henley & Partners zu einer besonders interessanten Klientel: Ihr Vermögen lässt sich innert kürzester Zeit über Grenzen verschieben.

Der Reiz der schnell verschiebbaren Millionen
Beliebt bei Krypto-Millionären: Ibiza. Foto: Ferran Feixas / Unsplash

Das Beratungsunternehmen Henley & Partners hat diese Woche den «Crypto Wealth Report 2026» publiziert. Gemäss diesem gibt es rund um die Welt 135’694 Krypto-Millionäre, die digitale Vermögenswerte im Wert von 1 Million Dollar oder mehr besitzen – darunter 92’272 Bitcoin-Millionäre.

Weiter oben in der Krypto-Vermögenspyramide stehen 290 Centimillionäre mit einem Vermögen von 100 Millionen Dollar oder mehr – davon allein 151 mit Bitcoin –, während an der Spitze 23 Krypto-Milliardäre stehen, von denen 9 in Bitcoin investiert sind. Rund 742 Millionen Menschen besitzen gemäss dem Report digitale Vermögenswerte, davon 371 Millionen Bitcoin. Das zeige, dass sich der Kreis der Besitzer auch bei schrumpfendem Markt weiter vergrössert habe.

Wenn das Vermögen mit dem Besitzer umzieht

Warum ist Henley & Partners, ein führendes internationales Beratungsunternehmen für Aufenthalts- und Staatsbürgerschaftsfragen, an reichen Krypto-Besitzern interessiert? Die Antwort liefert das Unternehmen in der Pressemitteilung gleich mit.

Digitale Vermögenswerte hätten die Beziehung zwischen Vermögen und Geografie grundlegend verändert, wird dort Dr. Günther Dobrauz-Saldapenna, geschäftsführender Gesellschafter bei Henley & Partners Schweiz, zitiert. «Traditionelles Vermögen überwindet Grenzen oft nur langsam, über Vermittler oder gar nicht. Ein selbst verwahrtes digitales Vermögen kann fast augenblicklich mit seinem Eigentümer umziehen. Das macht die Wahl des Wohnsitzes, der Staatsbürgerschaft und des regulatorischen Umfelds für den Einzelnen weitaus wichtiger. Wenn Vermögen hochmobil wird, wird die Planung rund um die Person, die es besitzt, entscheidend», heisst es weiter.

«Eine talentierte Person muss sich nicht auf eine Staatsbürgerschaft beschränken» – so oder ähnlich bewerben spezialisierte Agenturen wie Henley & Partners den Erwerb von Staatsbürgerschaften und Niederlassungsbewilligungen. Mit «talentiert» ist dabei vor allem wohlhabend gemeint. Denn die Staaten, die sich auf dieses Geschäft spezialisiert haben, tun dies nicht aus Freundlichkeit, sondern aus wirtschaftlichem Interesse.

Malta und Zypern beliebt

Dabei geht es nicht um einen direkten Kaufpreis für einen Pass, sondern um eine Investition – meist den Erwerb von Grundeigentum, seltener den Kauf von Staatsanleihen. Beliebt sind insbesondere Staatsbürgerschaften von Malta und Zypern, die dem Neubürger einen EU-Pass verschaffen. Wer in Zypern oder Malta einen Pass erwirbt, wohnt aber oft nicht dort. In der EU herrscht für Bürger Niederlassungsfreiheit. Viele Gutbetuchte lassen sich anschliessend in Nizza, London, Ibiza oder an einem anderen angesagten Ort nieder. Zudem bieten auch Inselstaaten in der Karibik sowie die Türkei sogenannte «Investment Citizenships» an.

Henley & Partners verzeichnet nach eigenen Angaben ein wachsendes Interesse von Inhabern von Kryptovermögen, die sich zu Aufenthalts- und Staatsbürgerschaftsmöglichkeiten beraten lassen. Dabei geht es um die Frage, wo sie sich selbst, ihre Familien und ihre finanziellen Angelegenheiten ansiedeln sollen.

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