Liquid Network verliert 95 Prozent seiner Bitcoin-Reserven

Ein Hackerangriff hat das Netzwerk praktisch um seine gesamten Bitcoin-Reserven gebracht. Rund 4'000 Bitcoin im Wert von 320 Millionen Dollar wurden abgezogen. Die Angreifer geben sich als «White-Hat-Hacker» aus.

Liquid Network verliert 95 Prozent seiner Bitcoin-Reserven

Aus dem Liquid Network, das eine Blockchain für schnellere Transaktionen betreibt, wurden rund 4000 der insgesamt 4200 Bitcoin gestohlen. Diese waren in einer Wallet der Liquid Federation hinterlegt. Dies teilte das Netzwerk auf der Plattform X mit. Bei den Angreifern handle es sich angeblich um sogenannte White-Hat-Hacker. Diese verschieben Gelder, nachdem sie Sicherheitslücken entdeckt haben. Gegen eine Belohnung geben sie in der Regel die Assets zurück.

«Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten», schrieb Liquid Network. Sämtliche neuen Transaktionen seien vorerst gestoppt worden. Die Mitglieder der Federation würden daran arbeiten, den normalen Netzwerkbetrieb wiederherstellen zu können.

Liquid Network erklärte auf X, die Gelder seien über SideSwap abgezogen worden. Dabei handelt es sich um eine Settlement-Plattform, die berechtigt ist, Transfers aus dem Netzwerk abzuwickeln. Der entsprechende Schlüssel sei jedoch nicht kompromittiert worden.

Schnellere Abwicklung

Kryptobörsen nutzen Liquid Network für eine schnellere Abwicklung von Transaktionen. Die eigentliche Bitcoin-Blockchain kann bei hoher Netzwerkauslastung langsam und teuer werden. Liquid umgeht dieses Problem, indem es sogenannte Liquid Bitcoin (L-BTC) ausgibt. Diese sind durch echte Bitcoin gedeckt, die im Netzwerk hinterlegt und gesperrt werden.

Liquid Network wurde 2018 von Blockstream Corp. lanciert, einem Blockchain-Technologieunternehmen, das unter anderem vom Kryptografen und Bitcoin-Pionier Adam Back mitgegründet wurde. Heute wird das Netzwerk nach Angaben von Blockstream gemeinsam von 80 Kryptobörsen, Infrastrukturunternehmen und Vermögensverwaltern betrieben. 

Blockstream führt mehrere grössere Kryptobörsen als Nutzer von Liquid auf, darunter BTSE und Bitfinex. Bitfinex gehört zum selben Mutterkonzern wie Tether, der Herausgeber des weltweit grössten Stablecoins. Auch BitMEX, das angekündigt hat, seinen Betrieb noch in diesem Monat einzustellen, nutzte das Netzwerk.

Der Vorfall ist der jüngste in einer Reihe von Angriffen. Erst vergangene Woche entwendete ein Angreifer sechs Millionen Dollar von einer mit Crypto.com verbundenen Plattform für Kryptokredite. Im August war zudem die populäre Offline-Bitcoin-Wallet Coldcard Ziel eines Angriffs geworden.

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