Die Einladung von Donald Trump in die Rolex-Loge am US Open letzten September löste einen Riesenwirbel aus. Hat der US-Präsident mit dem Rolex-Chef Jean-Frédéric Dufour über den Zoll-Deal gesprochen? Das wollte etwa die linke US-Senatorin Elizabeth Warren vom Schweizer Uhrenkonzern wissen. Ein bisschen Transparenz liefern nun die Steuerunterlagen von Donald Trump fürs Jahr 2025 – zumindest finanziell.
Aus dem knapp 1000 Seiten umfassenden Dokument geht hervor, dass Rolex dem US-Präsidenten zehn Tickets im Gesamtwert von 25’000 Dollar geschenkt hat. Nur eine Zeile oberhalb steht der Name von Fifa-Präsident Gianni Infantino. Dieser überliess Trump zehn Eintrittskarten für die Fussball-Weltmeisterschaft. Nicht Teil des Berichts sind die umstrittenen Geschenke, die die Schweizer Zolldeklaration dem US-President im Oval Office Haus überbrachten. Diese werden der zukünftigen Presidential Library zugeführt.Aus den offengelegten Finanzunterlagen geht zudem hervor, dass Trump 2025 den Grossteil seiner Einnahmen mit Kryptowährungen erzielte. Allein aus den Krypto-Projekten seiner Familie flossen ihm mehr als 1,4 Milliarden Dollar zu. Während Trump verdient hat, haben die Käufer der Kryptoanlagen Verluste erlitten.
Trump erhielt ausserdem 80 Millionen Dollar aus aussergerichtlichen Einigungen mit Medienunternehmen, gegen die er geklagt hatte. Dazu gehören unter anderem Vergleiche mit ABC News und Paramount Global. 52 Millionen machte er mit Lizenzgeschäften im Ausland: Diese Summe haben Projektentwickler von Hotels und Golfanlagen gezahlt, um den Namen «Trump» benutzen zu dürfen.
Über 6000 Transaktionen
Der Report umfasst mehr als 680 Seiten mit Börsengeschäften. Insgesamt waren es 2025 über 6000 individuelle Transaktionen, die auf Trump zurückzuführen sind. Die am häufigsten gehandelten Aktien sind Amazon, Apple, Nvidia, Microsoft, Netflix oder Exxon Mobil.
Kritiker sehen darin einen Interessenkonflikt, weil Trumps Regierung gleichzeitig die Regulierung der Branche lockerte und die USA gezielt als Krypto-Standort positionierte. Das Weisse Haus weist diese Vorwürfe zurück und betont, der Präsident handle ausschliesslich im Interesse der amerikanischen Bevölkerung.
Das Dokument wird sinnigerweise vom United States Office of Government Ethics herausgegeben – einer Behörde, die sich die Verhinderung von Interessenkonflikten auf die Fahnen geschrieben hat. Gemäss Schätzungen ist Trumps Vermögen auf 7,6 Milliarden Dollar angeschwollen.

