Die Schwestern Haley Abivardi und Goly Abivardi scheinen einen guten Draht zu Bloomberg zu haben. Regelmässig verbreitet die Nachrichtenagentur positive Nachrichten über vVardis, das Dentalunternehmen, das die beiden führen. Jetzt kommt die Agentur mit der Schlagzeile, dass die Schwestern in New York einen Börsengang ins Auge fassen würden, der noch im laufenden Jahr erfolgen könnte.
Dies haben mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Bloomberg gesagt. Haley Abivardi und Goly Abivardi sollen demnach mit den Investmentbanken JP Morgan und Goldman Sachs zusammenarbeiten, um einen möglichen IPO vorzubereiten. Bei einer Finanzierungsrunde im April wurde das Unternehmen mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet. Im Falle eines Börsengangs dürfte vVardis eine noch höhere Bewertung anstreben, spekuliert Bloomberg.
Damals stieg der US-Investor Apollo mit einem unbekannten Betrag ein. Auch David Wertheimer, Sohn von Chanel-Miteigentümer Gérard Wertheimer, soll zum Kreis der Investoren gehören, ebenso die von ihm gegründete Beteiligungsgesellschaft 1686 Partners. Die Abivardi-Schwestern sollen weiterhin rund 70 Prozent des Unternehmens besitzen. Über die Details des Deals ist allerdings nichts bekannt. Gemäss Insidern soll eine Struktur aufgesetzt worden sein, bei der sich die Beteiligungsverhältnisse rasch ändern können.
Enttäuschte Investoren
Bei Schweizer Geldgebern sind die Schwestern allerdings weniger gut angeschrieben. Wie aus Investorenkreisen zu hören ist, haben sie Schulden von 100 Millionen Franken angehäuft. Zu den Geldgebern gehörten bekannte Namen wie Rainer-Marc Frey oder der frühere Sonova-Chef Valentin Chapero. Es kam zu Verfahren vor dem Zürcher Handelsgericht. Die Richter sollen Konten des Unternehmens blockiert haben. «Es stimmt, wir hatten einen Engpass», bestätigte Haley Abivardi gegenüber dem Portal Inside Paradeplatz, das zuerst über die Finanzprobleme berichtet hatte. Das sei auch kein Wunder, wenn plötzlich so viele ihr Geld zurück wollten, sagte Abivardi. Inzwischen hätten jedoch alle ihr Geld erhalten.
Jetzt also soll es an die Börse in den USA gehen. In Fachkreisen wird das Produkt kontrovers diskutiert. Zu den Kritikern gehört der Berner Zahnmedizin-Professor Hendrik Meyer-Lückel, der an der Entwicklung einer eigenen Therapie beteiligt war. Die sogenannten nichtinvasiven Dentalprodukte produziert vVardis in der Schweiz. Der Sitz der Gesellschaft ist in Zug. Laut LinkedIn sind 168 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Unternehmen verbunden. Im Januar 2025 fand das Unternehmen an einer Medizinkonferenz der US-Grossbank JP Morgan erstmals grosse internationale Beachtung. Bankchef Jamie Dimon persönlich lobte die Schwestern und das Verfahren. Seine Bank soll nun den Börsengang vorbereiten.

