Ende der Onlinebank
Allein im vergangenen Jahr belastete die gescheiterte Onlinebank den Mutterkonzern mit 102 Millionen Franken. Ex-CEO John Häfelfinger bezog 845’000 Franken.
26. März 2026 • Beat Schmid

Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) zieht einen Strich unter die Onlinebank Radicant, mit der sie vor fünf Jahren an den Start ging. Wie die Baselbieter Kantonalbank am Donnerstag mitteilt, wird die Abwicklung der Online-Tochter das Ergebnis mit 102 Millionen Franken belasten – der Verlust wird durch die Auflösung von Reserven in der Höhe von 50 Millionen Franken abgefedert.

Der gescheiterte Einstieg ins Onlinebanking kostet die Eigner viel Geld. Seit dem Start im Jahr 2021 bis zum Abschluss der Liquidation erwartet die BLKB «aus heutiger Sicht Gesamtkosten von 180 bis 190 Millionen Franken». Mit dem Abschluss 2025 seien die erforderlichen Kosten für die getätigten Investitionen und die geplante Liquidation von Radicant vollumfänglich berücksichtigt. Es sollten also keine weiteren Kosten hinzukommen.

Bonus gestrichen

Operativ konnte die BLKB den Geschäftsertrag um 4,6 Prozent auf 499 Millionen Franken steigern. Der Konzerngewinn dagegen sank um 7,1 Prozent auf 154,5 Millionen. Ohne Griff in die Reserven wäre er viel tiefer ausgefallen. Die Zertifikats-Eigner erhalten eine gleichbleibende Dividende. Der Kanton erhält total 71,7 Millionen Franken.

Im Zuge der Radicant-Wirren trat BLKB-CEO John Häfelfinger Ende Juli 2025 zurück. Gemäss Geschäftsbericht erhielt er eine Entschädigung für 2025 in der Höhe von 844’926 Franken – darin inkludiert ist sein Fixlohn von 650’000 Franken für 12 Monate. Gestrichen wurde ihm der Bonus. Dieser betrug im Vorjahr 215’000 Franken.

MEHR ZUM THEMA


Basellandschaftliche Kantonalbank bestätigt Finma-Verfahren

Die BLKB bestätigt das Eingreifen der Finanzmarktaufsicht im Zusammenhang mit einer umstrittenen Transaktion der früheren Onlinebank Radicant.
19. Februar 2026

2025 war ein Annus horribilis für Schweizer Fintechs

Das letzte Jahr war sehr schwierig für Schweizer Fintechs und Neobanken. Zwei verschwanden vom Markt, eines musste sich neu orientieren. Die Perspektiven werden sich 2026 kaum aufhellen – das liegt auch an der Regulierung.
7. Januar 2026

Radicant-Kunden nicht happy mit Wechsel zu Alpian

Die Kunden der Onlinebank Radicant sollen zu Alpian wechseln. So hat es die BLKB beschlossen. Nicht allen Kunden leuchtet das ein.
19. Dezember 2025

Radicant-CEO soll eine halbe Million Franken bezogen haben

Hohe Saläre der Radicant-Kader waren ein Teil des Problems bei der Neobank. Ein Startup-Groove kam gar nie auf.
21. November 2025

Das Köpferollen bei der Basellandschaftlichen KB geht weiter

Radicant-Mann Marco Primavesi wird nun auch den BLKB-Bankrat verlassen. Er war seit den Anfängen bei der Online-Bank.
4. November 2025