Radicant kündigte gestern einen neuen Verwaltungsratspräsidenten an. Bewegen wird er allerdings nichts mehr können. Das Schicksal der Neobank ist längst besiegelt. Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) als Eignerin hat im Herbst 2025 entschieden, die Bank aufzulösen. Die Kunden sollen zu Alpian wechseln.
Ebenfalls im letzten Jahr verschwunden ist Swiss4. Im Frühling eröffnete die Finma den Konkurs über das Fintech-Start-up. Die Neobank war erst im April 2024 gestartet. Ziel war es, mit einer App den sogenannten Mass-Affluent-Markt zu bedienen. Bereits ein Jahr zuvor hatte die Finma ein Konkursverfahren gegen die Flowbank eröffnet.
Im November 2025 wurde bekannt, dass sich die App Kaspar& von ihren Kunden verabschiedet und sich künftig auf Banking-as-a-Service-Leistungen konzentrieren will. Das Ende des Direktkundengeschäfts kam überraschend schnell. Die Direktkunden wurden quasi von heute auf morgen vor die Tür gesetzt.
Neue Regulierung – noch schlechter?
Die Schweizer Fintech-Szene ist klein – und sie schrumpft. Das hat nicht nur, aber auch mit den regulatorischen Bedingungen in der Schweiz zu tun. Der Bund führte 2019 die sogenannte Banklizenz light ein. Ziel war es, die Eintrittsschwelle für Fintechs in den Finanzsektor zu senken. Die neue Kategorie entpuppte sich allerdings als Flop. In sechs Jahren erhielten lediglich sechs Fintech-Unternehmen eine Lizenz – zwei davon wurden von der Finma wieder liquidiert.
Nun will der Bund über die Bücher. Eine Änderung des Finanzinstitutsgesetzes ist in Planung. Ziel der Vorlage sei es, die «Rahmenbedingungen für die Marktentwicklung, die Standortattraktivität sowie die Integration innovativer Finanztechnologien in das bestehende Finanzsystem zu verbessern». Laut Fintech-Vertretern streben der Bundesrat und das SIF eine Harmonisierung des regulatorischen Rahmens mit der EU an.
Das sei der falsche Weg, sagen Vertreter des sogenannten K2-Verbunds (Crypto Valley Association, Swiss Fintech Association, Ticino Blockchain Technologies Association). Eine EU-ähnliche Regulierung ohne EU-Marktzugang führe zwangsläufig zu einem Wettbewerbsnachteil, argumentieren die Organisationen.

