“Die Resultate sind schlecht”, sagte Manuel Leuthold, Verwaltungsratspräsident von Compenswiss, heute Morgen an der Jahresmedienkonferenz. Seine Organisation verwaltet die Gelder, die sich in den drei Töpfen der ersten Säule befinden.
Den grössten Verlust von 4,4 Milliarden Franken setzte es im Topf der AHV ab. Die IV erzielte auf dem Anlagevermögen eine Minusrendite von 11,24 Prozent oder 416 Millionen Franken. Im Bereich EO schliesslich betrug der Verlust 12,21 Prozent oder 185 Millionen.
Insgesamt brach das verwaltete Vermögen per Ende 2022 auf 37,2 Milliarden Franken ein, gegenüber 40,8 Milliarden Franken vor einem Jahr. Wie an der Pressekonferenz erwähnt wurde, erzielte Compenswiss in den ersten Wochen dieses Jahres eine Rendite von “etwas über 3 Prozent”.
Wie auch bei der Nationalbank steht auch die Anlagepolitik von Compenswiss im Fokus des öffentlichen Interessens. Wie Direktor Eric Breval sagte, verschärften die Fonds im Jahr 2022 ihre Anforderungen an Umwelt-, Gesellschafts- und Corporate-Governance-Kriterien (ESG).
Dies habe zu einer Beschleunigung der Desinvestitionen, vor allem im Kohlesektor geführt. So wurden 6 neue Firmen aus diesem Sektor ausgeschlossen. Insgesamt befinden sich 84 Firmen auf der Ausschlussliste von Compenswiss. 54 Firmen davon sind im Bereich thermische Kohle aktiv.
“Bei uns ist man nicht für die Ewigkeit verdammt”
Wie schon vor einem Jahr machte Präsident Manuel Leuthold aber auch klar, dass Compenswiss mit ihre Aufgabe einen starken Fokus auf das S im Kürzel ESG habe. “Unsere Aufgabe ist es, die Renten so lange wie möglich zu bezahlen. Daher investieren wir auch in Kohle, Öl und Gas”, sagte er. Im Bereich Kohle seien es aber sehr wenige Firmen.
Bei Compenswiss seien Firmen aber nicht “für die Ewigkeit verdammt”, sagte Leuthold. Grundsätzlich glaube er nicht an die Zukunft der Kohle. Anders sieht er es beim Öl: “Hätten wir uns im letzten Jahr von unseren Ölanlagen getrennt, wäre der Anlageverlust 200 Millionen Franken grösser.”
Auch Tabak-Unternehmen befinden sich bei Compenswiss nicht auf der Ausschlussliste. “Wir sind ein Anhänger von Rechtsstaatlichkeit, solange Tabakprodukte nicht verboten sind, bleiben wir investiert.”
Direktor Breval äusserte sich auch zur Credit Suisse, die eine wichtige Gegenpartei des Ausgleichsfonds sei. Er betone in diesem Zusammenhang, dass die CS-Schweiz solider aufgestellt sei als die Gruppe. Die Schweizer Einheit verfügt über ein höheres Rating als der Konzern.