Bilanz deponiert
Die neuen Verwaltungsräte brachten kein Glück. Roberto C. Feusi und Valentin Diem stellen den Betrieb per sofort ein. In einem Schreiben erheben sie Vorwürfe.
5. Dezember 2022 • Beat Schmid

"Wir müssen euch mitteilen, dass der Verwaltungsrat der Kosmos-Kultur AG heute die Bilanz beim Konkursgericht Zürich deponiert hat", schreiben die beiden Verwaltungsräte Roberto C. Feusi und Valentin Diem in einem Brief an die Vertragspartner des Unternehmens. Der Betrieb werde per sofort eingestellt, das Kosmos sei bereits geschlossen.

Die beiden Gastroprofis wurden erst im September in den Verwaltungsrat gewählt. "Als wir das Amt angetreten haben, gingen wir von einer grossen unternehmerischen Herausforderung aus und verordneten dem Betrieb eine harte Sanierung", schreiben sie. Drei Monate später würden sie nun aber zum Schluss kommen, dass der Betrieb des Kosmos nicht länger aufrechterhalten werden kann und sich nicht mehr weiter "nachhaltig finanzieren" lässt.

Feusi und Diem stufen das betriebswirtschaftliche Konzept als "ungenügend" ein, die Kosten für den laufenden Betrieb "zu hoch" und die Schuldenlast als zu "erdrückend". In dem Schreiben erheben sie auch Vorwürfe an die früheren Verantwortlichen. Die finanzielle Lage sei dem Verwaltungsrat "nicht transparent" dargelegt worden. Ein Businessplan sei "schlicht nicht" vorhanden gewesen.

Sie schliessen mit den Worten, dass "wir nun die Aufgabe haben, Euch darüber zu informieren, dass der Kosmos leider immer nur eine Vision ohne nachhaltige Machbarkeit blieb".

Es ist ein Debakel, das sich allerdings abgezeichnet hat. Als der alte Verwaltungsrat zurückgetreten war, blieb das Kosmos während Monaten ohne eigentliche Führung. Der Zürcher Kinderpsychologe François Chappuis hatte im ersten Halbjahr eine Mehrheit der Aktien zusammengekauft, doch es dauerte viel zu lange, bis er einen neuen Verwaltungsrat zusammentrommeln konnte.

Über den Sommer verschärften sich die Liquiditätsprobleme. Das abrupte Ende des Kosmos deutet darauf hin, dass der Hauptaktionär offenbar nicht bereit war, weitere Millionen für die Sanierung der Bilanz aufzuwerfen.

Alle bereits gebuchten Veranstaltungen können nicht mehr durchgeführt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen per sofort ohne Job da.