Zuflüsse ins dezentrale Finanzsystem nehmen explosionsartig zu

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sieht Chancen in der Blockchain-Technologie. In ihr sieht sie aber auch das Potenzial, die etablierte Finanzarchitektur zu erschüttern. Deshalb schlägt sie schärfere Regeln vor.

Zuflüsse ins dezentrale Finanzsystem nehmen explosionsartig zu
Immer mehr Geld ins das dezentrale Finanzsystem (Quelle: HO)

Das dezentrale Finanzsystem (DeFi) wird als neue Form der Intermediation auf den Kryptomärkten angepriesen. Die wichtigsten Elemente dieses entstehenden Ökosystems sind neuartige automatisierte Protokolle auf Blockchains - zur Unterstützung des Handels, der Kreditvergabe und der Anlage von Kryptoassets - sowie Stablecoins, die Geldüberweisungen erleichtern. Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich unterliegen DeFi-Verfechter einer «Dezentralisierungsillusion» hin. Die Experten glauben, dass die Steuerung der DeFi-Strukturen ein gewisses Mass an Zentralisierung braucht. Sie glauben zudem, dass strukturelle Aspekte des Systems zu einer «Machtkonzentration» führen können. Die BIZ warnt: Sollte DeFi grosse Verbreitung finden, könnten ihre Schwachstellen die Finanzstabilität untergraben. Diese können aufgrund des hohen Verschuldungsgrads, sogenannten Liquiditätsinkongruenzen, der eingebauten Verflechtungen und des Fehlens von Kapitalpuffern, wie sie etwa Banken haben, schwerwiegend sein. Bestehende Governance-Mechanismen in der DeFi würden den Behörden natürliche Bezugspunkte für die Behandlung von Fragen der Finanzstabilität, des Anlegerschutzes und illegaler Aktivitäten bieten.

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