ZKB-Chef Urs Baumann sagt in einem Interview mit Reuters, dass eine mögliche Übernahme der Credit Suisse durch die UBS der Zürcher Kantonalbank Rückenwind verleihen könnte. Obwohl die ZKB keine Kursänderung vornehmen werde, gebe es die Möglichkeit, dass die Situation ihre bestehenden Wachstumspläne beschleunigen könnte.
Die ZKB verfügt als Universalbank über ein grosses Fondsangebot und ein Research für Schweizer Aktien und kann für Firmen Anleihen und Aktien platzieren. Zulegen will die ZKB unter anderem im Geschäft mit reichen Privatkunden, externen Vermögensverwaltern, Grossunternehmen und Pensionskassen. “In diesen spezialisierten Segmenten sehen wir auf nationaler Ebene viele Wachstumschancen für uns”, sagte er.
Viele Kunden suchten nach mehreren Bankbeziehungen, was die Chance biete, neue Kunden zu gewinnen. Baumann betonte jedoch, dass die ZKB 2022 Neugeld-Zuflüsse aus verschiedenen Quellen erhalten habe und nicht nur von einer bestimmten Bank. Er sagte auch, dass die ZKB offen für externes Wachstum sei, aber ein Zukauf müsse in Bezug auf das Unternehmen und die Interessen des Kantons Zürich Sinn ergeben.
Obwohl es ihm lieber gewesen wäre, wenn eine unabhängige Credit Suisse aus der jüngsten Krise hervorgegangen wäre, glaubt Baumann, dass die geplante Übernahme durch die UBS Chancen schaffe, um neue Kunden zu gewinnen.
Insbesondere im Firmenkundengeschäft, etwa bei ungedeckten Krediten, kommt die neue Megabank auf sehr hohe Marktanteile. Aber auch im institutionellen Geschäft, bei Pensionskassen, Versicherungen und Stiftungen, verfügt die CS/UBS über ein grosses Gewicht. Hier bieten sich Chancen für Konkurrenten.