Liontrust verlängert in Zusammenhang mit der Übernahmeofferte für das krisengeplagte Fondshaus GAM die Angebotsfrist zum 23. August. Dies gebe den GAM-Aktionären «mehr Zeit», das Angebot zu prüfen, teile der Asset-Manager am Freitag mit.
Gestern meldete die Fondsgesellschaft erneut Abflüsse von Kundengeldern. Im ersten Halbjahr zogen Kundinnen und Kunden netto insgesamt 9,1 Milliarden Franken ab.
Höhere Marktbewertungen der Anlagen und Währungsgewinne glichen dies teilweise aus, so dass die verwalteten Vermögen per Ende Juni auf 68 Milliarden Franken sanken, nach 75 Milliarden Ende 2022. Unter dem Strich wies das krisengeschüttelte Unternehmen nach sechs Monaten einen Nettoverlust von 71,2 Millionen Franken aus.
In einer Mitteilung wird Verwaltungsratspräsident David Jacob mit den Worten zitiert, das Halbjahresergebnis zeige die Herausforderungen, vor denen GAM stehe. Und dass diese Herausforderungen einer der Gründe für den Verkauf von GAM an Liontrust seien.
Das öffentliche Übernahmeangebot von Liontrust für alle ausstehenden Aktien von GAM läuft noch bis zum 4. August. Das britische Unternehmen bietet für jede GAM-Aktie 0,0589 eigene Aktien.
Für die Investorengruppe NewGAMe beziehungsweise Rock Investment ist das zu wenig. Sie schlagen eine Sanierung des Asset-Managers vor und wollen den Verwaltungsrat auswechseln. Am 18. August kommt es zum Showdown, dann soll eine ausserordentliche Generalversammlung stattfinden.