EFG wächst schneller als geplant – bei den Neugeldern, aber auch bei den Kosten

Die verwalteten Vermögen der Privatbank knackten erstmals die Marke von 200 Milliarden Franken. Bei den Kundenberatern herrscht ein Kommen und Gehen.

EFG wächst schneller als geplant – bei den Neugeldern, aber auch bei den Kosten
EFG-CEO Giorgio Pradelli (Quelle: EFG)

Die Zürcher Privatbank EFG International hat im ersten Halbjahr 2026 den Gewinn gesteigert und mehr Neugelder angezogen als geplant. Dank kräftiger Zuflüsse und der Übernahme von Quilvest verwaltet die Bank inzwischen Vermögen von über 200 Milliarden Franken.

EFG International hat im ersten Halbjahr 2026 den Wachstumskurs fortgesetzt. Per Ende Juni beliefen sich die verwalteten Kundenvermögen auf 196,3 Milliarden Franken. Das entspricht einem Anstieg von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr und von 6,2 Prozent seit Ende 2025. Nach dem Abschluss der Übernahme von Quilvest am 21. Juli überschritten die verwalteten Vermögen die Marke von 200 Milliarden Franken, wie die Bank mitteilt.

Die Netto-Neugelder erreichten im ersten Halbjahr 5,7 Milliarden Franken. Das entspricht einer annualisierten Wachstumsrate von 6,2 Prozent und liegt damit über dem Zielkorridor der Bank von 4 bis 6 Prozent. Gleichzeitig setzte EFG den Ausbau der Kundenberater fort. Im ersten Halbjahr wurden 39 Kundenberater eingestellt, weitere 33 hatten bis Ende Juni einen Vertrag unterzeichnet oder ein Angebot erhalten. Netto nahm die Zahl der Kundenberater allerdings lediglich um 8 zu, von 763 per Ende 2025 auf 771. Vor einem Jahr lag die Zahl bei 694 Beratern.

Kosten steigen um 8 Prozent

Der Reingewinn belief sich auf 184,6 Millionen Franken. Das entspricht einem Minus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Um Sondereffekte bereinigt weist die Bank ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 aus.

Der Betriebsertrag stieg auf 856,5 Millionen Franken und lag damit 7 Prozent über dem Vorjahreswert. Treiber war insbesondere das Kommissionsgeschäft, dessen Erträge um 20 Prozent zunahmen. Die Kosten stiegen um knapp 8 Prozent. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 verschlechterte sich die Cost-Income-Ratio deutlich, von 66,7 auf 71,5 Prozent.

Die Ertragsmarge ging auf 91 Basispunkte zurück, nachdem sie im zweiten Halbjahr 2025 noch 93 Basispunkte betragen hatte. Vor einem Jahr lag diese Marge noch bei 104 Basispunkten. Die Eigenkapitalrendite auf dem materiellen Eigenkapital erreichte 22,4 Prozent und liegt damit bereits über dem strategischen Ziel von 20 Prozent bis 2028. Die harte Kernkapitalquote (CET1) beträgt 15,0 Prozent. Die Gesamtkapitalquote lag bei 18,3 Prozent, die Liquiditätsdeckungsquote bei 267 Prozent.

CEO Giorgio Pradelli zeigte sich zuversichtlich für den weiteren Geschäftsverlauf. EFG wolle das Wachstumstempo beibehalten und die ambitionierten Ziele bis 2028 erreichen.

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