Banken
Kurz vor einer neuen Stellenstreichrunde und nach dem Flop mit Dollar-Derivaten verlässt ein zentraler Architekt des asiatischen Derivategeschäfts die Grossbank nach über 25 Jahren.
7. Januar 2026 • Beat Schmid

Eric Lafon war über 25 Jahre für die UBS tätig. Nun hat er die Bank offenbar im gegenseitigen Einvernehmen verlassen. Die Trennung soll bereits Ende 2025 erfolgt sein. Lafon war zuletzt globaler Co-Leiter Distribution im asiatischen Markt mit Sitz in Singapur. Weder die UBS noch Lafon selbst wollten den Abgang kommentieren. Zuerst hatte Bloomberg über die Personalie berichtet.

Lafon galt als zentrale Figur im Markets-Geschäft der UBS in Asien. Chef der Asien-Aktivitäten der Grossbank ist Iqbal Khan. Lafons Aufgabe war es, den Vertrieb zu koordinieren, Kunden mit den Handelsteams zu vernetzen und mitzuentscheiden, welche Produktideen präsentiert und wie Preise über verschiedene Anlageklassen hinweg gesetzt werden. Zuvor hatte er Handels- und Vertriebsteams für Währungen, Anleihen, Zinsprodukte und Kredite in der Region verantwortet.

Noch vor wenigen Wochen wurde Lafon ausgezeichnet. Risk.net ehrte die UBS und mehrere Teams an den Risk Asia Awards 2025 gleich mehrfach, unter anderem als «Derivatives House of the Year Asia» sowie in den Sparten Equity- und Credit-Derivate. In diesem Zusammenhang sprach Lafon als Global Head of Solutions and Structured Products Distribution über die strategische Ausrichtung der Bank in Asien.

Unfall mit Dollar-Derivaten

Was konkret zum Bruch geführt hat, ist nicht bekannt. Bereits im vergangenen Jahr verliess mit Naohiro Kuroda ein weiterer Senior die UBS. Der damalige Co-Leiter Global Markets in Japan arbeitet inzwischen bei Nomura. Im Produktbereich der UBS kam es im letzten Jahr zudem zu einem folgenschweren Vorfall: Im Zusammenhang mit Dollar-Derivaten erlitten vermögende Kunden in der Schweiz teils massive Verluste.

Die UBS biegt in diesem Jahr auf die Zielgerade bei der Integration der Credit Suisse ein. Erwartet wird, dass die Grossbank bereits im Januar eine grössere Abbaurunde startet. Bankintern kursiert die Zahl von bis zu 10’000 Stellen, die bis Anfang 2027 wegfallen könnten. Damit würde der Personalbestand auf rund 95’000 Vollzeitstellen sinken. Im Sommer 2023 hatte die damals neu fusionierte Grossbank noch knapp 120’000 Vollzeitbeschäftigte gezählt.

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