Gegen Vontobel läuft offenbar ein Enforcement-Verfahren

Verschiedene Verfahren sind am Laufen, die in Zusammenhang mit einem erbitterten Streit von zwei asiatischen Firmen stehen.

Gegen Vontobel läuft offenbar ein Enforcement-Verfahren
Vontobel wird in einen Streit von zwei asiatischen Firmen hineingezogen (im Bild der Hauptsitz in Zürich) (Quelle: Vontobel)

Die Bank Vontobel ist offenbar in einen Rechtsstreit zweier asiatischer Firmengruppen geraten, wie die NZZ schreibt. Die Finma führe deswegen ein Enforcement-Verfahren gegen Vontobel. Dabei geht es um einen Streit, der in die Jahre 2015 bis 2017 zurückreicht.

In mehreren Tranchen kaufte das japanische Finanzunternehmen J Trust für mehr als 200 Millionen Dollar Anteile und Obligationen des thailändischen Kreditanbieters Group Lease. Die Firma bot etwa Kredite für die in Südostasien beliebten Motorroller an, wie die NZZ schreibt.

Doch Aktien von Group Lease brachen ein, nachdem die thailändische Börsenaufsicht eine Strafanzeige gegen den damaligen Group-Lease-Chef einreicht hatte. Er soll die Zahlen des Unternehmens hochgeföhnt haben. J Trust sah sich getäuscht und strengte eine Reihe von Verfahren in zahlreichen Ländern an – auch in der Schweiz.

Denn der Group-Lease-CEO, dem die Bilanztricks vorgeworfen werden, war offenbar auch Kunde der Bank Vontobel. Die Zürcher Staatsanwaltschaft eröffnete, wie sie gegenüber der NZZ bestätigte, 2019 eine Strafuntersuchung wegen Verdachts auf Geldwäscherei. Diese Untersuchung sei noch im Gange.

Strafanzeige gegen einen Vontobel-Mitarbeiter

Doch J Trust zog in der Folge auch die Bank selbst in den Streit hinein. Das Unternehmen reichte im März 2020 gegen einen Vontobel-Mitarbeiter eine Strafanzeige ein. Eine Strafuntersuchung sei bisher noch nicht eröffnet worden. Offenbar soll J Trust auch die Finanzmarktaufsicht “auf den Plan gerufen haben”, wie die NZZ schreibt.

Die Finma hat laut NZZ Ende 2020 ein Enforcement-Verfahren gegen Vontobel gestartet. Die Behörde dürfte sich dafür interessieren, ob die Bank und ihre Mitarbeiter von möglichen illegalen Praktiken wussten oder etwas hätten wissen müssen.

Der Streit zum Eskalieren bringt nun, dass J Trust die verlorenen 230 Millionen Dollar auch von Vontobel einfordert. Ende April habe J Tust eine Betreibung gegen Vontobel eingeleitet, so die NZZ. Die Japaner wollen bis zu 214 Millionen Franken von der Bank, plus 5 Prozent Zins seit 2015. Vontobel wiederum hat am 4. Mai geklagt, um diese Betreibung aufheben zu lassen. Das Bezirksgericht Zürich muss über die Frage befinden.

Empfehlungen

Neueste Artikel

Newsletter anmelden

Das wöchentliche Briefing für einen Überblick ohne News-Stress

Bitte bestätigen Sie Ihre Anmeldung per E-Mail.

Die Anmeldung hat nicht geklappt. Bitte versuchen Sie es erneut.