AHV-Fonds verliert 20 Millionen mit Russland-Investments

Nach der Schliessung der russischen Märkte sitzt die öffentliche-rechtliche Anstalt auf illiquiden Wertpapieren. Ein Verkauf sei kein Thema, da man den «aktuellen Machthabern» nicht in die Hände spielen wolle.

Ende 2021 betrug das Anlagevermögen des AHV-Ausgleichsfonds 40,9 Milliarden Franken. Wie die Managementgesellschaft Compenswiss auf Anfrage mitteilt, war sie mit 0,05 Prozent ihres Vermögens "direkt" in russische Wertpapiere investiert. Das entspricht einem Anlagevermögen von 20,5 Millionen Franken.

Da Russland selbst die Schliessung seiner Märkte beschlossen habe, stelle sich die Frage nach dem Verkauf der russischen Wertpapiere vorläufig nicht, teilt Compenswiss mit. Darüber hinaus müsse eine solche Massnahme sorgfältig geprüft werden, da Geschäfte getätigt werden könnten, die das “engere Umfeld der aktuellen Machthaber” begünstigen könnten.

Compenswiss meint damit, dass die Entourage um Wladimir Putin die Gelegenheit nutzen könnte, die Wertpapiere zu Preisen weit unter ihrem wirtschaftlichen Wert zurückzukaufen – was zum Nachteil der Schweiz wäre, hält Compenswiss fest.

Russen sollen nicht die Möglichkeit erhalten, Assets günstig zurückzukaufen

Der “Ukraine-Konflikt” mache sich hauptsächlich durch den “globalen Rückgang der Märkte nach der Invasion” auf das Portfolio bemerkbar. Wie stark die Folgen des Kriegs auf das Anlagevermögen der Vorsorgewerke der ersten Säule (AHV, IV, EO) durchgeschlagen haben, darüber macht Compenswiss keine Angaben.

Letztes Jahr erzielte der Fonds eine Marktrendite von 5,3 Prozent. Die meisten Anlagen sind in Schweizer Franken angelegt (38,7%), gefolgt von Dollar (28,8%), Euro (13,5%) und dem britischen Pfund (3,3%). 15,7 Prozent der Wertpapiere sind nicht näher spezifiziert.

Compenswiss ist eine selbständige, öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes mit Sitz in Genf. Verwaltungsratspräsident ist der frühere Banker Manuel Leuthold, der zudem den Verwaltungsrat der Genfer Kantonalbank präsidiert.

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