Goldman Sachs und Morgan Stanley übernehmen die wichtigsten Underwriter-Rollen beim Börsengang von Anthropic. Sie sichern sich die gleichen Positionen wie schon beim Rekordbörsengang von SpaceX im Juni, bei dem 86,2 Milliarden Dollar eingesammelt wurden.
Wie bereits beim SpaceX-IPO wurde Goldman Sachs die prestigeträchtige Position des sogenannten «Lead Left» zugeteilt. Morgan Stanley folgt an zweiter Stelle und übernimmt die Funktion des sogenannten Stabilisierungsagenten. Dies geht aus dem von Anthropic am Montag eingereichten Börsenprospekt hervor.

Die federführenden Banken eines Börsengangs koordinieren in der Regel das Bankenkonsortium, organisieren die Vermarktung und entscheiden darüber, welche Investoren Aktien zugeteilt erhalten. Der Stabilisierungsagent begleitet den Börsenstart und kann eingreifen, um den Aktienkurs zu stützen, falls dieser in den ersten Tagen oder Wochen unter Druck gerät.
Die UBS muss sich mit einer Position in der dritten Reihe der Underwriter begnügen. Sie liegt damit auf einer Stufe mit der Deutschen Bank, aber hinter Barclays, die sich weiter vorne einreihen kann. Insgesamt sind 22 Investmentbanken am Megabörsengang des KI-Unternehmens beteiligt. Auch SpaceX hatte für seinen Börsengang 22 Banken mandatiert.
Beim SpaceX-IPO teilten sich die beteiligten Banken eine pauschale Vergütung von 500 Millionen Dollar. Dies entsprach 0,58 Prozent des Emissionsvolumens. Goldman Sachs und Morgan Stanley kassierten jeweils 100 Millionen Dollar und damit mehr als jede andere beteiligte Bank.

Mit Börsenprospekt ist mit 240’000 Worten äusserst geschwätzig. Er beginnt mit einer geradezu pathetischen Beschreibung der technologischen Umwälzungen, die Anthropic erwartet. «Zum ersten Mal in der Geschichte ist Intelligenz etwas, das Menschen herstellen können», schreibt das Unternehmen. Künstliche Intelligenz werde die Weltwirtschaft grundlegend verändern. Die Auswirkungen dürften jene der Industrialisierung, der Elektrizität, der Halbleiter und des Internets übertreffen.

Anthropic, das 2021 gegründet wurde und mit seinem KI-Modell Claude zu den wichtigsten Konkurrenten von OpenAI zählt, versteht sich dabei in erster Linie als Forschungslabor. Das Unternehmen sieht in der künstlichen Intelligenz das Potenzial, das globale Wirtschaftswachstum erheblich zu beschleunigen und die Lebensqualität der Menschen dramatisch zu verbessern.