Weil sie sich auf einer Schwarzen Liste befindet, hat die UBS jetzt ein Geschäft an Wells Fargo verloren

Die Grossbank ist in den USA im sogenannten Municipal-Bond-Geschäft aktiv. In republikanisch regierten Bundesstaaten wird dies zum Problem. In Texas wurde sie nun aus einem Millionendeal ausgeschlossen.

Weil sie sich auf einer Schwarzen Liste befindet, hat die UBS jetzt ein Geschäft an Wells Fargo verloren
Eine Woche nach dem Entscheid des Comptrollers von Texas, wird die UBS aus einem Konsortium verbannt (Quelle: Unsplash - Claudio Schwarz)

UBS wurde aus einem Konsortium geworfen, das für die Stadt Laredo in Texas eine Anleihe im Umfang von 119 Millionen Dollar im Markt platzieren wird. Ein Finanzberater der Stadt an der mexikanischen Grenze begründete den Entscheid mit dem in Texas geltenden Gesetz, gewisse Finanzinstitute von Geschäften mit der öffentlich Hand auszuschliessen. Der oberste Rechnungsprüfer des Bundesstaats, der sogenannte Comptroller, setzte letzte Woche die UBS und neun weitere Institute auf eine Schwarze Liste, darunter auch die Credit Suisse.

In Laredo gab es nun offenbar Bedenken, ob die Transaktion zustande kommen würde, wenn die UBS dabei bliebe, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg schreibt. In Texas muss der Generalstaatsanwalt die meisten kommunalen Anleihegeschäfte genehmigen, bevor sie abgeschlossen werden können. Möglicherweise hätte es wegen der UBS keine Bewilligung gegeben.

Die Schweizer Grossbank ist das einzige Finanzinstitut auf der Divestmentliste, das im Underwriting von sogenannten Muni Bonds aktiv ist. Trotzdem ist die Grossbank kein Machtfaktor im Gemeindeanleihengeschäft: In Texas befindet sie sich gemäss Bloomberg-Zahlen auf Platz 18 mit einem Transaktionsvolumen von 477,2 Millionen Dollar, was einem Marktanteil von 1,5 Prozent entspricht. Landesweit liegt die UBS auf Platz 16. Die Tranche, die ihr zugestanden hätte, geht jetzt an die US-Grossbank Wells Fargo.

Die Macht des Rechnungsprüfers

Letzte Woche hat Texas hat seine Drohung wahr gemacht und die Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse auf eine Divesitionsliste gesetzt. Zusammen mit Blackrock und weiteren Finanzkonzernen ist es ihnen künftig verboten, Geschäfte mit dem Bundesstaat zu tätigen. Der Grund: Die Konzerne seien dem fossilen Energiesektor feindlich eingestellt.

Der Rechnungsprüfer des republikanisch regierten Bundesstaates sagte letzten Mittwoch, die Unternehmen würden den Sektor der fossilen Energieträger “boykottieren”. Im Frühling hat der Comptroller über 150 Finanzfirmen zu ihren Öl- und Gas-Engagements befragt. Er wollte wissen, ob sie die für Texas wichtige Branche im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitspolitik meiden würden. Die Banken wollen sich gegen den Entscheid wehren.

Empfehlungen

Neueste Artikel

Newsletter anmelden

Das wöchentliche Briefing für einen Überblick ohne News-Stress

Bitte bestätigen Sie Ihre Anmeldung per E-Mail.

Die Anmeldung hat nicht geklappt. Bitte versuchen Sie es erneut.