Die UBS hat im dritten Quartal einen Reingewinn von 2,69 Milliarden Dollar erzielt. Das sind 8,4 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Die Analysten hatten gemäss dem von der Bank erhobenen Konsens mit 2,71 Milliarden Dollar gerechnet. Die Erträge stiegen um 4,6 Prozent auf 13,35 Milliarden Dollar und lagen damit über den Erwartungen.
Die Ergebnisse in den einzelnen Business-Einheiten fallen allerdings höchst unterschiedlich aus. Die globale Vermögensverwaltung (GWM) von Iqbal Khan und Rob Karofsky kommt trotz starken Neugeldzuflüssen (55 Milliarden Dollar) kaum vorwärts. Der bereinigte Vorsteuergewinn erreichte 1,97 Milliarden Dollar, etwas weniger als im Vorquartal.
Die Erträge blieben ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Gegenüber dem Vorjahr legte der bereinigte Vorsteuergewinn um 11 Prozent zu. Auffallend ist die Schwäche im Vergleich zum zweiten Quartal, als die transaktionsabhängigen Erträge deutlich höher ausfielen.
Einen Dämpfer setzte es auch in der Investmentbank ab. Der bereinigte Vorsteuergewinn tauchte gegenüber dem zweiten Quartal von 1,16 Milliarden auf 854 Millionen Dollar ab. Im Vergleich zum Vorjahr legte das Handelsgeschäft kräftig zu. Die Erträge von Global Markets stiegen um 17 Prozent.
Highlights Heimmarkt und Asset Management
Besser lief im Schweizer Heimmarkt unter Sabine Keller-Busse. Der bereinigte Vorsteuergewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 22 Prozent auf 813 Millionen Franken. Die Analysten hatten mit einem deutlich tieferen Ergebnis gerechnet. Die Integration der Credit Suisse zahlt sich langsam aus: Die bereinigten Betriebskosten gingen um 5 Prozent zurück. Die Bank zählte Ende September 97'593 Vollzeitstellen. Ende Juni waren es 99'085 und vor einem Jahr 104'427 Vollzeitstellen.
Auch das Asset Management von Aleksandar Ivanovic schnitt besser ab als erwartet. Der bereinigte Vorsteuergewinn erreichte 300 Millionen Dollar. Allerdings verzeichnete die Sparte Nettoabflüsse von 5,1 Milliarden Dollar.
Auf Konzernebene macht die UBS weitere Fortschritte bei der Integration der Credit Suisse. Im dritten Quartal erzielte sie zusätzliche Bruttoeinsparungen von 600 Millionen Dollar. Insgesamt summieren sich diese mittlerweile auf 13,2 Milliarden Dollar. Bis Ende Jahr will die Bank 13,7 Milliarden Dollar erreichen.
Die bereinigte Kosten-Ertrags-Quote verbesserte sich auf 68,7 Prozent. Die harte Kernkapitalquote (CET1) lag bei 14,7 Prozent.
Das Quartalsergebnis ist von Sondereffekten getrieben. In der Abwicklungseinheit Non-core and Legacy schrieb die UBS einen bereinigten Vorsteuergewinn von 360 Millionen Dollar, während die Analysten mit einem Verlust von 139 Millionen gerechnet hatten. Diese positive Abweichung von rund 500 Millionen Dollar erklärt zu einem guten Stück die guten bereinigten Konzernzahlen.
Ermotti: «Globale und regionale Präsenz»
Im Presserelease nimmt UBS-Chef Sergio Ermotti Stellung zur Lex-UBS-Debatte. «Strategisch setzt UBS weiterhin auf ein diversifiziertes Geschäftsmodell sowie auf globale und regionale Präsenz. Wir werden uns weiter konstruktiv in die politische Diskussion über die künftigen regulatorischen Rahmenbedingungen in der Schweiz einbringen.»
Die UBS hoffe auf eine Lösung im Parlament, die der Finanzstabilität des Landes zugutekomme, «ohne den Aktionären, den Kundinnen und Kunden sowie den Mitarbeitenden übermässige Kosten aufzubürden und ohne die langfristige Wettbewerbsposition von UBS zu beeinträchtigen».