Nächster Stellenschocker: Swiss Life streicht 600 Jobs

Trotz steigenden Gewinnen baut Swiss Life bis Ende 2028 rund 600 Stellen ab. Vom Abbau ist vor allem die Schweiz betroffen. Zudem legt der Konzern ein neues Aktienrückkaufprogramm auf.

Nächster Stellenschocker: Swiss Life streicht 600 Jobs
Streicht 600 Stellen zusammen: CEO Matthias Aellig.

Die nächste Hiobsbotschaft für den Schweizer Arbeitsmarkt: Swiss Life will bis Ende 2028 rund 600 Stellen abbauen. Das kündigt der Lebensversicherer am Dienstag zusammen mit seinen Halbjahreszahlen an. Der Stellenabbau soll zu etwa gleichen Teilen Swiss Life in der Schweiz und den Vermögensverwalter Swiss Life Asset Managers betreffen, dort vor allem Standorte im Ausland. Ein grosser Teil der Stellen soll über natürliche Fluktuation verschwinden.

Der Abbau hat bereits begonnen. Durch die selektive Besetzung offener Stellen seien rund 100 Jobs weggefallen, schreibt Swiss Life. Bis Ende 2026 sollen weitere rund 100 Stellen folgen. Die restlichen Stellen werden bis Ende 2028 abgebaut. CEO Matthias Aellig begründet den Schritt mit dem Ziel, die Effizienz des Konzerns zu steigern und die «Möglichkeiten der fortschreitenden Digitalisierung» zu nutzen. Swiss Life wolle damit ihre Position stärken und neue Marktchancen schneller wahrnehmen können.

Gewinn steigt um 8 Prozent

Bemerkenswert ist der Stellenabbau auch deshalb, weil Swiss Life kerngesund ist. Der Reingewinn stieg im ersten Halbjahr um 8 Prozent auf 649 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn erhöhte sich um 8 Prozent auf 967 Millionen Franken. Besonders gut entwickelte sich das Fee-Geschäft. Dieses legte in Lokalwährungen um 11 Prozent auf 430 Millionen Franken zu. Die Fee-Erträge stiegen um 7 Prozent auf 1,34 Milliarden Franken. Auch die Prämieneinnahmen erhöhten sich um 3 Prozent auf 12,3 Milliarden Franken.

Gleichzeitig gibt Swiss Life weiteres Kapital an ihre Aktionäre zurück. Nachdem Ende Mai ein Aktienrückkaufprogramm über 750 Millionen Franken abgeschlossen wurde, kündigt der Konzern bereits das nächste an. Zwischen Oktober 2026 und Ende März 2027 sollen eigene Aktien für weitere 250 Millionen Franken zurückgekauft werden.

Die Eigenkapitalrendite erreichte im ersten Halbjahr 20,2 Prozent nach 17,6 Prozent im Vorjahr und liegt damit sogar über dem strategischen Zielkorridor von 17 bis 19 Prozent.

Asset Management für Dritte wächst

Auch Swiss Life Asset Managers, wo ein Teil des Stellenabbaus anfällt, konnte das Geschäft ausbauen. Die für Drittkunden verwalteten Vermögen stiegen von 146 Milliarden Franken Ende 2025 auf 158 Milliarden Franken per Ende Juni. Allerdings gingen die Nettoneugeldzuflüsse deutlich zurück: von 13,2 Milliarden auf 7,2 Milliarden Franken. Die Erträge in diesem Bereich kletterten um 5 Prozent auf 519 Millionen Franken.

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