Wie das Rechercheportal Gotham City berichtet, befindet sich das seit 2020 laufende Verfahren gegen Pictet sowie zwei frühere Mitarbeiter in der Abschlussphase. Neben der Bank stehen der ehemalige Pictet-Teilhaber Philippe Bertherat und ein früherer Mitarbeiter im Fokus der Ermittler.
Die Bundesanwaltschaft verdächtigt Pictet der qualifizierten Geldwäscherei und der Bestechung ausländischer Amtsträger. Al Rajaan soll über Jahre Provisionen von Finanzintermediären erhalten haben, denen er im Gegenzug Gelder der staatlichen kuwaitischen Pensionskasse PIFSS zur Anlage überliess.

Im Fall Pictet geht es laut Gotham City um Provisionen von 26,7 Millionen Dollar, die zwischen 1999 und 2015 geflossen sein sollen. Die Zahl stammt aus dem Zivilverfahren, das die PIFSS in London gegen mehrere Genfer Banken und Banker führt.
16,7 Milliarden Dollar investiert
Für Pictet war die PIFSS einer der wichtigsten institutionellen Kunden: Im Juni 2014 sollen rund 16,7 Milliarden Dollar der kuwaitischen Pensionskasse von der Pictet-Gruppe verwaltet oder über sie angelegt worden sein. Das entsprach damals knapp 4 Prozent der von Pictet verwalteten Vermögen.
Die Genfer Privatbank und die beiden Beschuldigten haben sich während Jahren juristisch gegen die Ermittlungen gewehrt. Unter anderem ging es um mehr als 1,5 Millionen beschlagnahmte E-Mails, versiegelte Computer sowie ein Rechtsgutachten zur Frage, ob Al Rajaan nach kuwaitischem Recht solche Provisionen annehmen durfte.
Im Kuwait-Komplex kam es kürzlich zu Verurteilungen. Der ehemalige Mirabaud-Teilhaber der Privatbank Mirabaud, Pierre Mirabaud, wurde im September im Zusammenhang mit dem Fall verurteilt. Bei Mirabaud beliefen sich die fraglichen Provisionen laut PIFSS auf 79,2 Millionen Dollar – rund dreimal so viel wie bei Pictet.