Artisan Partners fordert UBS-Wegzug

Die Schweiz sei kein attraktiver Standort mehr, glaubt ein Vermögensverwalter aus der amerikanischen Provinz. Daher soll die UBS einen Wegzug prüfen.

Artisan Partners fordert UBS-Wegzug
«Die Schweiz ist kein attraktiver Standort.» Foto: Jesper Brouwers / Unsplash

Der US-Vermögensverwalter Artisan Partners fordert die UBS auf, einen Wegzug aus der Schweiz zu prüfen. «Die einfache Tatsache ist, dass die Schweiz für die UBS kein attraktiver oder wünschenswerter Standort mehr ist», schreiben die Portfoliomanager um Daniel O’Keefe in einem Brief an den UBS-Verwaltungsrat.

Artisan verwaltet für seine Kunden mehr als 60 Millionen UBS-Aktien und damit rund 1,8 Prozent des Aktienkapitals. Hintergrund der Forderung sind die geplanten strengeren Schweizer Kapitalvorschriften. Artisan rechnet vor, dass die zusätzlichen Kapitalanforderungen die UBS rund 36 Milliarden Dollar an Börsenwert kosten könnten. Der Vermögensverwalter geht dabei davon aus, dass mit den zusätzlich gebundenen Mitteln eine Rendite von 15 Prozent erzielt werden könnte.

Artisan Partners hat seinen Sitz in Milwaukee, Wisconsin. Der Vermögensverwalter hat sich bereits beim Schweizer Pharmariesen Novartis mit Forderungen in Szene gesetzt. Die Assets under Management betrugen Mitte 2026 183 Milliarden Dollar. Die Wortmeldung von Artisan Partners ist eine der ersten eines Vermögensverwalters.

Philipp Hildebrand von Blackrock sah es anders 

Vor über einem Jahr äusserte sich auch Blackrock zu den verschärften Eigenkapitalregeln. Damals sagte Philipp Hildebrand in einem NZZ-Interview, es gehe nicht darum, ob die neuen Anforderungen «gut» oder «schlecht» seien. 

Es gehe um die «dynamische Anpassung» eines global tätigen Unternehmens an veränderte Rahmenbedingungen. «Die UBS hat Spielraum: Sie kann die Investmentbank verschlanken, das US-Geschäft neu strukturieren oder internationale Beteiligungen umorganisieren. Was hierzulande seltsamerweise nie zur Sprache kommt: Mehr als die Hälfte des für die Tochtergesellschaften aufgewendeten Kapitals ist in den USA gebunden – das ist ein strategischer Hebel», sagte er.

Im Interview sah Hildebrand das Engagement der UBS in den USA kritisch. Die USA seien ein grosser, aber auch anspruchsvoller Markt. «Die UBS hat dort über die Jahre nie wirklich eine führende Rolle eingenommen. Es ist legitim, sich zu fragen, ob sich der Aufwand lohnt. Vielleicht wäre eine fokussiertere Strategie zielführender.» Hildebrand ist Vice Chairman von Blackrock und gehört dem globalen Executive Committee des weltgrössten Vermögensverwalters an mit Assets under Management in der Höhe von 15,3 Billionen Dollar.

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