Kryptogeschäft verhagelt Swissquote die Zahlen – Aktie taucht +++ weitere News

Die Flaute im Kryptomarkt trifft Swissquote hart. Die Onlinebank muss ihre Jahresprognose nach unten korrigieren. Auch mehrere Kantonalbanken legten Ergebnisse vor.

Kryptogeschäft verhagelt Swissquote die Zahlen – Aktie taucht +++ weitere News
Marc Bürki, CEO Swissquote

Swissquote ist im ersten Halbjahr weiter stark gewachsen, bekommt aber die Schwäche im Kryptogeschäft zu spüren. Die Kundenvermögen erreichten mit 96,3 Milliarden Franken einen Rekordwert. Unter dem Strich stieg der Nettoertrag allerdings lediglich um 1,7 Prozent auf 364,2 Millionen Franken. Der Vorsteuergewinn sank um 1,2 Prozent auf 182,9 Millionen Franken.

Hauptproblem ist das Kryptogeschäft: Der Nettoertrag mit Kryptoanlagen brach um 66,2 Prozent auf 14,6 Millionen Franken ein. Darin enthalten ist eine negative Marktwertanpassung von 5,3 Millionen Franken auf den Krypto-Beständen für die eigene Börse SQX.

Swissquote Kursentwicklung (Quelle: LSEG/FT)

Die Kosten steigen um 4,6 Prozent und der Personalbestand um 13,7 Prozent. Positiv dagegen: 5,1 Milliarden Franken Neugeld und weiterhin eine Vorsteuermarge von über 50 Prozent.

Swissquote senkt die Jahresprognose. Statt 760 Millionen Franken Nettoertrag werden noch rund 730 Millionen erwartet. Beim Vorsteuergewinn sinkt das Ziel von 385 auf 365 Millionen Franken.

Die Börse reagiert heftig auf die Zahlen. Zur Eröffnung tauchten die Titel von Swissquote um 11 Prozent. Die handeln aktuell bei knapp unter 38 Franken.


BKB steigert Gewinn deutlich

Die Basler Kantonalbank hat im ersten Halbjahr den Konzerngewinn um 10,6 Prozent auf 94,8 Millionen Franken gesteigert. Der Geschäftsertrag nahm um 6 Prozent auf 354,1 Millionen Franken zu. Gleichzeitig behielt die Bank die Kosten unter kontrolle. Der Geschäftsaufwand nahm lediglich um 0,8 Prozent zu.

Dadurch verbesserte sich die Cost-Income-Ratio von 55 auf 53,2 Prozent. Besonders gut entwickelte sich das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft mit einem Plus von 10,7 Prozent. Der Handelserfolg sank dagegen um 9,1 Prozent auf 25,6 Millionen Franken.

Die BKB erwartet, das sehr gute Ergebnis des Vorjahres 2026 übertreffen zu können. Die Gesamtkapitalquote liegt mit 18,3 Prozent deutlich über der regulatorischen Mindestanforderung von 13,1 Prozent.


TKB steigert operativen Gewinn um 9 Prozent

Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) konnte den Geschäftserfolg in den ersten sechs Monaten um 9,2 Prozent auf 123,5 Millionen Franken steigern. Der Geschäftsertrag nahm um 6,4 Prozent zu, während der Geschäftsaufwand um 4,2 Prozent auf 102,2 Millionen Franken stieg. Unter dem Strich blieb mit 81,6 Millionen Franken allerdings nur 0,9 Prozent mehr Gewinn als im Vorjahr.

Die Hypotheken überschritten erstmals die Marke von 26 Milliarden Franken. Gleichzeitig flossen der Bank netto rund 500 Millionen Franken neue Kundengelder zu. Die verwalteten Kundenvermögen erreichten 30 Milliarden Franken.

Aufgrund einer Zuweisung an die Reserven für allgemeine Bankrisiken von 34 Millionen Franken stieg der Reingewinn lediglich um 0,9 Prozent. Auffällig ist zudem, dass die TKB trotz des starken Halbjahres für das Gesamtjahr weiterhin einen etwas tieferen Unternehmenserfolg erwartet.


Glarner Kantonalbank steigert Gewinn um 40 Prozent

Die Glarner Kantonalbank hat im ersten Halbjahr den Reingewinn um 40,2 Prozent auf 13,2 Millionen Franken gesteigert. Der Betriebsertrag nahm um 11,2 Prozent auf 52,6 Millionen Franken zu, der Geschäftserfolg um 43 Prozent auf 16,1 Millionen Franken.

Treiber war vor allem das Zinsengeschäft: Der Bruttoerfolg erhöhte sich um 21 Prozent auf 38,1 Millionen Franken, weil der Zinsaufwand um 33,5 Prozent zurückging. Schwächer entwickelte sich dagegen der Handel mit einem Minus von 23,8 Prozent.

Die Gesamtkapitalquote lag per Ende Juni bei nur 14,6 Prozent. Das hat einen technischen Grund: Eine alte Tier-2-Anleihe über 150 Millionen Franken war nach der Kündigung nicht mehr anrechenbar, während die neue Anleihe über 125 Millionen Franken erst am 2. Juli liberiert wurde. Die tiefe Quote war damit nur ein temporärer Stichtagseffekt.

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