Grossumbau
Die Grossbank wälzt offenbar Pläne, ihre Investmentbanking-Einheit in drei Teile aufzutrennen. Dabei soll auch eine sogenannte “Bad Bank” gebildet werden. CS-Chef Ueli Körner holt damit ein altes Konzept aus der Schublade.
22. September 2022 • Beat Schmid

Die Credit Suisse wälzt Pläne, ihre Investmentbank in drei Teile aufzuspalten und problematische Assets in eine "Bad Bank" auszulagern. Das ist offenbar der Vorschlag, der nun im Verwaltungsrat diskutiert wird, wie die FT heute berichtet.

Mit dem Aufbau einer “Bad Bank” hat die Credit Suisse Erfahrung. Als Tidjane Thiam 2015 CEO der Bank wurde, lagerte er illiquide Assets in die sogenannte Strategic Resolution Unit (SRU) aus, die über mehrere Jahre abgewickelt wurde. Um die Assets zu verkaufen, mussten damals heftige Abschreiber vorgenommen werden. Die Aktionäre schossen über eine Kapitalerhöhung die dafür nötigen Mittel ein.

Verkauf des Verbriefungsgeschäft statt Kapitalerhöhung

Weil dieser Weg verwehrt zu sein scheint, muss die Bank das benötigte Kapital über andere Kanäle auftreiben. Sie erwägt deshalb einen Komplettverkauf des Verbriefungsgeschäfts. Angekündigt wurde bisher lediglich die Möglichkeit eines Teilverkaufs der profitablen Einheit. Ob die Bank mit diesem Schritt genügend Mittel generieren kann, um eine Kapitalerhöhung zu vermeiden, wird sich weisen.

Die verbleibende Investmentbank würde dann in zwei Teile aufgeteilt: In das Beratungsgeschäft, das zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls verkauft werden könnte. Möglicherweise würde die Bank dazu den früheren Namen First Boston reaktivieren. Und in einen anderen Teil, in dem die Handelsaktivitäten gebündelt würden.

Die Bank plant weiterhin, ihre neue Strategie mit den Quartalszahlen am 27. Oktober vorzustellen. Eine Banksprecherin hält fest: "Wir haben bereits gesagt, dass wir über den Fortschritt unserer umfassenden Strategieüberprüfung zusammen mit den Drittquartalszahlen kommunizieren werden. Es wäre verfrüht, sich vor diesem Zeitpunkt zu möglichen Ergebnissen zu äussern."

Gestern gingen die Aktien der Credit Suisse zu einem Preis von 4,92 Franken aus dem Handel. Sie befinden sich damit praktisch auf einem historischen Tiefststand.