Bankiervereinigung will ihre Mitglieder in die Net-Zero-Alliance pushen

Die schweizerische Bankiervereinigung tritt als einer der ersten Verbände überhaupt der Uno-Initiative bei. Doch die Mitglieder zögern. Aktiver sind die Asset-Management-Gesellschaften.

Bankiervereinigung will ihre Mitglieder in die Net-Zero-Alliance pushen
Sustainability und Nachhaltigkeit sind im Marketing von Banken omnipräsent (Quelle: Screenshot Youtube)

“Die Schweizerische Bankiervereinigung ist sich der Rolle und Verantwortung der Banken und des Finanzplatzes zur Erreichung der nationalen und internationalen Netto-Null-Ziele bewusst und schreitet mit ihren Mitgliedern voran”, schreibt der Verband in einer Pressemitteilung. Seit April ist sie Supporterin der sogenannten Net-Zero Banking Alliance.

Der Dachverband der Schweizer Banken empfiehlt ihren Mitgliedern, es ihr gleichzutun und “freiwillig” den Netto-Null-Allianzen und weiteren internationalen Nachhaltigkeitsinitiativen beizutreten. «Mit unserer Mitgliedschaft bei der Net-Zero Banking Alliance und unserer Beitrittsempfehlung an unsere Mitglieder leisten wir einen wichtigen Beitrag an die Erreichung der weltweiten Klima- und Nachhaltigkeitsziele», sagt August Benz, Leiter Private Banking und Asset Management beim Bankenverband.

Keine Privatbank macht mit

Doch schaut man auf die Mitgliederlisten, fällt auf, dass bisher nur gerade vier Schweizer Banken der Allianz beigetreten sind. Es sind dies die beiden Grossbanken, die seit April 2021 dabei sind. Sowie die Berner und Basellandschaftliche Kantonalbank.

Interessant ist, dass bisher keine Schweizer Privatbank der Allianz beigetreten ist, obschon diese in der Kommunikation zum Teil sehr stark die Umweltkarte spielen. Insgesamt vertritt der Verband rund 300 Banken. Darunter befinden sich auch etliche Auslandsbanken, die der Allianz über ihre Mittelgesellschaften beigetreten sind.

Das bescheidene Engagement der Schweizer Banken in der Net-Zero Banking Alliance kontrastiert sehr stark mit dem vom Bund und der Branche selbst propagierten Ziel, der führende Finanzplatz im Bereich Sustainable Finance zu sein. Zum Vergleich: Grossbritannien (mit 11 Banken), Kanada (8) und Italien (6) sind stärker vertreten.

Allerdings gibt auch Finanzplätze mit einem geringeren Engagement: Aus Deutschland machen drei Banken mit, aus Österreich ist es eine einzige. Weltweit sind 108 Institute aus 40 Ländern in der Allianz dabei, die insgesamt Vermögen von 68 Billionen Dollar vertreten. Gemäss Angaben der Allianz entspricht das 38 Prozent aller Banking-Assets weltweit.

Besser machen es die Vermögensverwaltungs-Gesellschaften. Die Asset Management Association Switzerland, ein Schwesterverband der Bankiervereinigung, ist bereits im November 2021 der Parallelallianz Net-Zero Asset-Managers-Initiative beigetreten. Inzwischen machen 24 Unternehmen bei der Initiative mit. Neben einigen Tochtergesellschaften von internationalen Konzernen sind mit Ausnahme der Credit Suisse die wichtigsten Schweizer Player dabei, wie UBS Asset Management, Pictet, Lombard Odier, J. Safra Sarasin, LGT Capital Partners und GAM.

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