Die Geschäftsleitung der Hamburger Privatbank Berenberg ist wegen möglicher Verstösse entmachtet worden. Die Finanzaufsicht Bafin hat drei Geschäftsleitungsmitgliedern die Befugnis zur Ausübung ihrer Geschäfte entzogen. Wie die Bank selbst mitteilte, hätten sich Hinweise auf Verstösse während der Jahresabschlussprüfung 2025 ergeben. Die Hinweise hätten Transaktionen mit unklarem Hintergrund betroffen. Bei deren Aufklärung habe die nötige Transparenz gefehlt.
Die Bafin hat die bisherige Geschäftsleitung um Hendrik Riehmer, David Mortlock und Christian Kühn entmachtet und zwei Sonderbeauftragte bestellt, die die Führung der Bank übernehmen. Es handelt sich um den langjährigen Berenberg-Chef Hans-Walter Peters und Michael Horf, einen früheren Vorstand der Degussa Bank.
Asset Management in der Schweiz
Das Ersetzen des Managements durch Sonderbeauftragte ist die schärfste personelle Massnahme, die die Bafin treffen kann. Sie dürfte in etwa dem Gewährsentzug entsprechen, den die Schweizer Finma gegen Organe aussprechen kann.
Die Sonderbeauftragten haben offenbar nicht vor, die Aufgabe lange wahrzunehmen. Sie wollen die Führungskrise so rasch wie möglich beenden. Wie deutsche Medien berichten, sollen bereits erste Gespräche mit potenziellen Kandidaten für eine neue Geschäftsleitung angelaufen sein.
Berenberg hat sich 2018 in der Schweiz aus dem Private Banking zurückgezogen. Die aus der alten hanseatischen Bank hervorgegangene Bergos ist inzwischen ein eigenständiges Institut. Hingegen ist Berenberg in der Schweiz weiterhin im Bereich Asset- und Investment-Management aktiv.

