Ausgelagerte Investmentbank
Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman will in die Investmentbank der Credit Suisse investieren. Gemäss Wall Street Journal geht es um eine halbe Milliarde Dollar.
5. Dezember 2022 • Beat Schmid

Prinz Mohammed könnte rund 500 Millionen Dollar in die ausgegliederte CS First Boston des Kreditgebers investieren, schreibt das Wall Street Journal (Abo) unter Berufung auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Andere Investoren könnten dem Bericht zufolge die Atlas Merchant Capital des ehemaligen Barclays-Chefs Bob Diamond sein.

CS-Verwaltungsratspräsident Axel Lehmann sagte letzte Woche, dass die Bank mehrere weitere Zusagen von Investoren für die geplante Ausgliederung der Investmentbank First Boston erhalten habe. Wie hoch der Anteil bin Salmans an der CS First Boston sein wird, wurde nicht genannt.

Prinz Mohammed verfolgt einen Kurs der wirtschaftlichen Expansion. So hat er die grössten Firmen Saudi-Arabiens aufgefordert, weltweit zu expandieren und so das Profil des Landes als ernsthafter Investor zu schärfen und die Wirtschaft des Ölstaates zu diversifizieren.

Viel saudisches Geld in westlichen Firmen

Saudisches Geld floss bereits in westliche Firmen wie den Elektroautohersteller Lucid Motors, Twitter, Uber, Citigroup sowie den britischen Fussballverein Newcastle United. Saudi-Arabien ist seit kurzem der grösste Aktionär der Credit Suisse und hält über die Saudi National Bank, die von der Königsfamilie kontrolliert wird, einen Anteil von 9,9 Prozent an der Bank.

Die Grossbank hat Ende Oktober angekündigt, ihre Investmentbanking-Einheit abzuspalten und unter der Marke CS First Boston separat zu führen. Federführend bei der Abspaltung ist CS-Verwaltungsrat Michael Klein, der die Einheit als CEO leiten wird und sie mit seiner eigenen Investment-Boutique verschmelzen will.

Klein soll die Gespräche mit bin Salman eingefädelt haben, schreibt das Wall Street Journal. Der Investmentbanker geniesst das Vertrauen der saudischen Eliten. Er hat unter anderem beim Börsengang des staatlichen Ölriesen Aramco im Jahr 2019 mitgearbeitet.

Die Abspaltung der CS First Boston ist ein langwieriger Prozess und könnte etwa zwei Jahre dauern, sagte Axel Lehmann am Donnerstag beim FT Global Banking Summit. Die Bilanz, die Struktur und die Unternehmensführung werden derzeit mit der US-Notenbank Federal Reserve diskutiert, sagte er.