Julius Bär startet am 2. November ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von bis zu 600 Millionen Franken. Das Programm soll unter Vorbehalt der Marktbedingungen innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden, wie die Zürcher Privatbank am Freitag mitteilte.
Die Aktien werden über eine zweite Handelslinie an der Schweizer Börse SIX zurückgekauft. Die Kosten des Rückkaufs werden während der Laufzeit dem harten Kernkapital (CET1) belastet. Die erworbenen Titel sollen anschliessend vernichtet werden.
Finma gab grünes Licht
Die Finanzmarktaufsicht Finma hatte den Rückkauf Anfang Oktober bewilligt. Zuvor hatte sie Ende September ein Enforcementverfahren gegen Julius Bär abgeschlossen und verschiedene Einschränkungen im Kapital- und Liquiditätsbereich aufgehoben oder gelockert.
Die Behörde hatte bei der Privatbank schwere Verstösse gegen aufsichtsrechtliche Vorschriften festgestellt. Es ging um Kredite an die gescheiterte Signa-Gruppe des österreichischen Investors René Benko und problematische Geschäftsbeziehungen zu russischen Kunden.
Mit dem nun startenden Aktienrückkauf kann Julius Bär erstmals seit der Aufarbeitung des Signa-Debakels wieder in grösserem Umfang überschüssiges Kapital über Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückführen.