Kann BNP Paribas in der Schweiz einen Teil der Lücke füllen, welche die Credit Suisse hinterlassen hat? Diese Frage stellte Daniel Zuberbühler, ehemaliger Direktor der Eidgenössischen Bankenkommission, der Schweiz-Chefin der französischen Grossbank, Enna Pariset, an der Konferenz Vision Bank der Finanz & Wirtschaft.
Zuberbühler zielte dabei insbesondere auf das Kommerzgeschäft. Mit dem Verschwinden der Credit Suisse ist dort ein gewichtiger Anbieter weggefallen.
Pariset gibt sich zurückhaltend – zumindest bei der Formulierung des Anspruchs. «Meine Ambition ist nicht, die Credit Suisse zu sein oder die Credit Suisse zu ersetzen», sagte sie. Vielmehr wolle BNP Paribas die Schweizer Wirtschaft unterstützen und zu einem «gesunden und vielfältigen Schweizer Finanzplatz» beitragen.
Von einer auf 1,5 Milliarden Euro
Gleichwohl mangelt es Pariset nicht an Wachstumsambitionen. 2024 erzielte BNP Paribas in der Schweiz mit ihren drei wichtigsten Kundengruppen – Wealth-Management-Kunden, Firmenkunden und Finanzinstituten – Erträge von einer Milliarde Euro. Bis 2030 sollen diese auf 1,5 Milliarden Euro steigen, was einem Wachstum von 50 Prozent entspricht.
Im Firmenkundengeschäft liege BNP Paribas bei den Emissionen von Frankenanleihen je nach Woche auf Rang zwei oder drei, sagte Pariset. Zur Rolle der Bank im Unternehmenskreditgeschäft äusserte sie sich nicht. BNP Paribas feierte 2022 ihr 150-jähriges Bestehen in der Schweiz. Laut Pariset beschäftigt die Bank rund 1200 Mitarbeitende in Genf und Zürich.