Rekordgewinn für Revolut: Vorsteuergewinn steigt um 149 Prozent

Die britische Neobank hat 2024 von den Zinsen profitiert und 15 Millionen neue Kunden gewinnen. Der Reingewinn legt auf eine Milliarde Dollar zu.

Rekordgewinn für Revolut: Vorsteuergewinn steigt um 149 Prozent
Revolut verdient viel Geld mit Interchange-Gebühren. (Quelle: HO)

Das britische Fintech Revolut hat im Geschäftsjahr 2024 einen Ergebnissprung verzeichnet. Der Gewinn vor Steuern stieg um 149 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Den Reingewinn steigerte das Unternehmen auf 1 Milliarde Dollar. Die Erträge legten deutlich zu – um 72 Prozent auf 4 Milliarden Dollar.

CEO und Mitgründer Nik Storonsky spricht von einem wegweisenden Jahr: «Wir haben nicht nur unser Kundenwachstum beschleunigt und weltweit fast 15 Millionen neue Nutzer gewonnen, sondern auch eine intensivere Kundenbindung erzielt, da unsere Kunden ein breiteres Spektrum unserer Dienstleistungen sowohl im Privatkundenbereich als auch bei Revolut Business in Anspruch genommen haben.»

Die wichtigsten Treiber des Gewinnanstiegs waren die Zinserträge, die im Vorjahresvergleich um 58 Prozent auf 1 Milliarde Dollar wuchsen. Die Zahl der Kunden stieg um 38 Prozent auf 52,5 Millionen. Als Kunden zählt Revolut Personen, die die App installiert, sich registriert und den KYC-Prozess («Know your customer») abgeschlossen sowie die AGB akzeptiert haben. Wie viele dieser Kunden die App regelmässig nutzen, ist nicht bekannt.

Schnellwachsendes Abo-Geschäft

Zu den wichtigsten Ertragsquellen zählt weiterhin das Karten- und Interchange-Geschäft. Die Gebühreneinnahmen beliefen sich auf 887 Millionen Dollar – ein Plus von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Einnahmen aus dem Investment- und Anlagegeschäft vervierfachten sich auf 647 Millionen Dollar. Die Erträge aus dem Devisenhandel kletterten um 58 Prozent auf 540 Millionen Dollar. Das Abogeschäft, das auf kostenpflichtige Premium-Modelle setzt, wuchs um 74 Prozent auf 541 Millionen Dollar.

Revolut operiert aktuell mit einer Banklizenz aus Litauen. Über das nationale Sicherungssystem sind Einlagen bis 100’000 Euro abgesichert. In Grossbritannien erhielt das Unternehmen im Sommer 2024 eine eingeschränkte Banklizenz. Der operative Start ist für das laufende Jahr vorgesehen.

Eine Million Kunden in der Schweiz

Ende März knackte das britische Fintech die Marke von einer Million Kunden in der Schweiz. Es hat eine «virtuelle» Schweizer IBAN für seine Kunden eingeführt und ermöglicht unter anderem QR-Code-Zahlungen. Im Laufe des Jahres dürften weitere Dienste wie eBill hinzukommen. Revolut sieht die Schweiz als einen ihrer Schlüsselmärkte. Zum Vergleich: In Deutschland zählt die App derzeit rund zwei Millionen Nutzer.

Langfristig verfolgt Revolut-Chef Nik Storonsky hochfliegende Ziele. Er spricht von 100 Millionen täglich aktiven Nutzern in 100 Ländern. Der Weg dorthin führt über eine weitere internationale Expansion und die Monetarisierung der stetig wachsenden Kundenbasis.

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