Der Schweizer Technologiekonzern hat einen Lauf an der Börse. Die Investitionen in künstliche Intelligenz haben die Auftragsbücher gefüllt und den Aktienkurs nach oben getrieben. 27 Prozent Plus seit Anfang Jahr. Damit überflügelt der Konzern andere SMI-Titel um Längen. Der KI-Boom katapultierte ABB auf Platz vier der wertvollsten Unternehmen der Schweiz – gleich hinter den grossen drei: Roche, Novartis und Nestlé.
Jetzt soll auch der oberste Manager, CEO Morten Wierod, von der Entwicklung profitieren. Der Schwede, der in seinem Auftritt so bescheiden und bodenständig wie ein Schweizer KMU-Chef wirkt, könnte durch eine Anpassung des Vergütungssystems näher an die Spitzengruppe der Schweizer Manager heranrücken.
Künftig kann Wierod im Idealfall auf eine Gesamtvergütung von rund 10 Millionen Franken kommen. Ganz an die Spitze reicht es allerdings nicht: Novartis-CEO Vasant Narasimhan bezog 2025 15,2 Millionen Franken. UBS-Chef Sergio Ermotti erhielt eine Vergütung von 14,9 Millionen Franken. Partners-Group-CEO David Layton bezog 16 Millionen Franken. Mit 10 Millionen Franken kommt Wierod in den Bereich, in dem sich die Chefs von Roche und Nestlé bewegen.
Noch höher fiel die ausgewiesene Entschädigung des neuen Julius-Bär-CEO Stefan Bollinger mit 24 Millionen Franken aus. Dieser Wert ist allerdings nur bedingt vergleichbar, weil darin eine einmalige Ersatzentschädigung von 14,8 Millionen Franken für beim Wechsel von Goldman Sachs entgangene Vergütungen enthalten ist. Ohne diesen Sondereffekt belief sich seine operative Vergütung auf rund 8,3 Millionen Franken.
Grundlohn von 1,5 Millionen Franken
Auffällig bei ABB ist vor allem der hohe Bonusanteil. Während früher vor allem Banken wegen hoher Boni im Fokus standen, setzen heute auch Industrieunternehmen verstärkt auf langfristige Aktienprogramme. Insgesamt kann der ABB-Chef 550 Prozent seines Basissalärs als variablen Bonus erhalten. Damit hängt ein immer grösserer Teil der Vergütung direkt von der Börsenentwicklung ab. Die Anlagestiftung Ethos hat die Erhöhung des variablen Anteils bereits als zu hoch kritisiert.
Allerdings trägt Morten Wierod auch das Risiko, deutlich weniger zu verdienen, wenn es an der Börse nicht mehr gut laufen sollte. Das Grundgehalt des 54-jährigen Managers beträgt 1,5 Millionen Franken. Zum Vergleich: Das Basissalär von Sergio Ermotti beläuft sich 2,5 Millionen Franken – mit Nebenleistungen sind es 2,8 Millionen Franken.