Das globale Minen- und Handelsunternehmen Glencore sieht sich zunehmendem Druck ausgesetzt, mehr Informationen über den Abbau von thermischer Kohle zu liefern. Proxy-Berater Glass Lewis hat die Aktionäre des Unternehmens aufgefordert, eine Aktionärsresolution zu unterstützen, die eine detaillierte Offenlegung der Kohleproduktion fordert.
Während Glencores Konkurrenten vermehrt auf erneuerbare Energien setzen, ist der Zuge Rohstoffriese weiterhin stark engagiert im Abbau und Handel von Kohle zur Stromerzeugung. Glencore den Abbau von mindestens 12 Kohleminen bis 2035 und die Schliessung der Gruben bis 2045. Das Unternehmen empfiehlt den Antrag auf mehr Transparenz zur Ablehnung.
Glass Lewis unterstützt zwar die Klimastrategie des Unternehmens. Die Aktionärsvertreterin fordert jedoch eine umfassende Offenlegung, damit Aktionäre eine informierte Entscheidung über das Klimaplan 2024 des Unternehmens treffen können, wie Glass Lewis mitteilt.
Auch andere Aktionäre fordern eine grössere Transparenz: Letzte Woche forderten unter anderem der britische Vermögensverwalter Legal & General Investment Management und der Fondseinheit des Kreditgebers HSBC das Unternehmen ebenfalls auf, die Aktionärsresolution zu unterstützen.
Auch die Schweizer Ethos Stiftung verlangt mehr Transparenz. Die zusätzlichen Informationen seien entscheidend, um die Rolle von Glencore beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu beurteilen, sagte CEO Vincent Kaufmann gegenüber Reuters. "Es ist daher wichtig, dass alle Aktionäre des Unternehmens diese Resolution unterstützen."
Nur 24 Prozent der Aktionäre stimmten bei der letzten Generalversammlung gegen Glencores Nachhaltigkeitsbericht. Die nächste GV findet am 26. Mail statt.