LGT: Hohe Kosten und ein Abschreiber lassen Gewinn um 11 Prozent einbrechen

Die Liechtensteiner Bankengruppe zieht viel Neugeld an. Doch steigende Kosten und eine Korrektur über 200 Millionen Franken trüben das Ergebnis.

LGT: Hohe Kosten und ein Abschreiber lassen Gewinn um 11 Prozent einbrechen
Prinz Max von und zu Liechtenstein ist Chairman von LGT. (Quelle: HO)

Bei der LGT war im vergangenen Jahr viel los. Insgesamt zog die Bank 21 Milliarden Franken Neugelder an, was einem organischen Wachstum von 8 Prozent entspricht. Damit weist die LGT eine der höchsten Neugeldquoten im Private Banking aus. Das Wachstum wurde jedoch teuer erkauft.

Der Personalaufwand stieg um 12 Prozent auf 1,48 Milliarden Franken, was auf das organische Personalwachstum und die Akquisitionen der letzten Jahre sowie auf höhere Abgrenzungen für langfristige leistungsabhängige Vergütungskomponenten zurückzuführen ist, wie die Bank in einer Mitteilung schreibt. Der Sachaufwand stieg um 17 Prozent auf 427,8 Millionen Franken, worin höhere Aufwendungen für Digitalisierungsinitiativen sowie Projekt- und Beratungskosten enthalten sind, heisst es weiter.

Besonders stark gestiegen ist die Position Wertberichtigungen, Abschreibungen und Rückstellungen. Diese erhöhte sich auf 201,8 Millionen Franken, was «eine Wertberichtigung auf einer Beteiligung und höhere Rückstellungen für operationelle Risiken widerspiegelt», wie die Bank schreibt. Details dazu gibt die Bank nicht bekannt.

Der Bruttoerfolg der Gruppe stieg um 11 Prozent auf 257 Milliarden Franken. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft ging um 2 Prozent auf 1,56 Milliarden Franken zurück. Die Bank begründet dies mit tieferen Courtageeinnahmen und rückläufigen Performance-Fees. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft stieg um 33 Prozent auf 517,2 Millionen Franken. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft und der übrige Erfolg stiegen um 50 Prozent auf 493,5 Millionen Franken, was insbesondere auf höhere Bewertungen des Obligationenportfolios und des Devisengeschäfts zurückzuführen ist.

Weiterer Ausbau in Deutschland

Da die Kosten stärker stiegen als die Erträge, erhöhte sich die Cost-Income-Ratio auf 74,2 Prozent. Unter dem Strich ging der Reingewinn um 11 Prozent auf 375,3 Millionen Franken zurück.

Mit ihren Expansionsschritten im Ausland scheint die Bank zufrieden zu sein. Der Aufbau der Geschäfte in Australien, Indien, Thailand und Japan hätten bereits «erfreuliche Ergebnisse gebracht», schreibt LGT. Auch der im Herbst erfolgte Eintritt in den Private-Banking-Markt in Deutschland entwickele sich «sehr erfolgreich». Die Bank ist Hamburg, Köln, Düsseldorf und Frankfurt vertreten. Laut Mitteilung plant sie im laufenden Jahr einen weiteren Ausbau der Präsenz.

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