Lange glaubte Urs Rohner an sein Comeback. Doch spätestens mit dem Kollaps der Credit Suisse vor einem Jahr wurde auch ihm klar, dass er wohl nie mehr für ein bedeutendes Verwaltungsratsmandat angefragt würde. Einsicht und Selbstkritik seien nicht die Stärken des ehemaligen langjährigen Credit-Suisse-Präsidenten, heisst es aus seinem Umfeld, doch inzwischen habe er die Situation akzeptiert, wie sie ist.
Am 8. Mai wird Urs Rohner nun auch sein letztes Verwaltungsratsmandat von Bedeutung verlieren. Dann findet die Generalversammlung des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GKS) statt. In der Einladung an die Aktionäre schreibt Verwaltungsratspräsident Sir Jonathan Symonds, Urs Rohner werde «unmittelbar nach Abschluss der Generalversammlung aus dem Verwaltungsrat ausscheiden». «Ich möchte Urs für seinen bedeutenden Beitrag und sein Engagement für GSK während seiner Zeit im Verwaltungsrat danken», schreibt er.
Mehr Worte verliert er über Rohner nicht. Der Wirtschaftsjurist gehörte dem Verwaltungsrat des Unternehmens seit 2015 an. 2022 wurde er in den Risikoausschuss gewählt. Seine Nachfolgerin als Präsidentin des Vergütungsausschusses ist Wendy Becker, die bereits seit Oktober 2023 im GKS-Verwaltungsrat sitzt. In der Schweiz ist Wendy Becker als Verwaltungsratspräsidentin des Computermäusekonzerns Logitech bekannt.
Anfang Jahr verlassen hat er die Firma Gilded Switzerland. Der Edelmetallhändler befindet sich inzwischen in Liquidation. Aktiv ist er noch bei der Vega Cyber Associates in Zug, wo er als Verwaltungsratspräsident eingetragen ist. Zudem ist er Mitglied des Advisory Board von Investcorp, einer Private-Equity-Gesellschaft mit Sitz in Bahrain. Im Zürcher Seefeld hat der 64-jährige Anwalt die Beratungsfirma U. Rohner & Co. AG eingetragen.