Für das Financial Stability Board war der Verkauf der CS an die UBS nicht alternativlos

Das einflussreiche Gremium für Finanzstabilität glaubt nicht, dass ein Notverkauf die einzige Option gewesen war. Der Bericht ist Wasser auf die Mühlen der Fusionsktitiker.

Für das Financial Stability Board war der Verkauf der CS an die UBS nicht alternativlos
Für das Financial Stability Board war der Verkauf der CS an die UBS nicht alternativlos (Quelle: Unsplash)

Das Financial Stability Board (FSB) befasst sich in einem umfangreichen Bericht mit den Bankenzusammenbrüchen vom März dieses Jahres. In dem heute veröffentlichten Papier geht das Gremium auf die Zusammenbrüche von US-Regionalbanken ein - aber auch auf die Credit Suisse, die als sogenannte G-SIB (Global Systemically Important Bank) besonders viel Platz im Bericht einnimmt.

Das FSB stellt fest, dass die von den Schweizer Behörden gewählte Option, die CS an die USB zu verkaufen, zwar die internationale Finanzstabilität gestärkt und auch das globale Geschäft der Credit Suisse geschützt habe. «Gleichzeitig stellt sich aber die Frage, warum nicht eine Abwicklung gewählt wurde, obwohl diese angesichts der getroffenen Vorbereitungen zu diesem Zeitpunkt eine gangbare Alternative darstellte.»

Laut dem FSB-Bericht hatten die Schweizer Behörden Bedenken, ob die vorbereitete Abwicklungsstrategie geeignet war, die Vertrauenskrise der Credit Suisse zu bewältigen. Der Bund und Bankenvertreter argumentierten zudem, dass eine Abwicklung der CS, die möglicherweise zu hohen Verlusten für Anleger ausserhalb der Schweiz geführt hätte, dem Image des Schweizer Finanzplatzes schweren Schaden zugefügt hätte.

Im Bericht schreibt der FSB: «Based on the review conducted by the FSB, it appears that the resolution planning work of the past decade, the availability of loss absorbing resources, the collaboration that took place within the CMG (the “Crisis Management Group” des Bundes) during the months leading up to the failure of Credit Suisse, and the efforts of Swiss and host authorities to address remaining obstacles had placed the authorities in a position to conduct a single point of entry (SPE) resolution, if desired. Indeed, the host authorities involved confirmed their readiness to support the execution of the SPE resolution and their confidence that resolution could be undertaken».

Das Secretariat to the Financial Stability Board Bank for International Settlements, wie das FSB offiziell heisst, ist eine in Basel bei der BIZ angesiedelte Organisation, die das globale Finanzsystem überwacht und Empfehlungen ausspricht. Es wurde am Gipfeltreffen der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) im April 2009 in London als Nachfolger des Financial Stability Forum gegründet. Die Schweiz ist Mitglied des FSB und wird durch Daniela Stoffel, Direktorin des SIF, vertreten.

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