Das «Wall Street Journal» bringt heute eine neue Folge der Wegzugssaga der UBS. Laut dem Blatt hätten sich bereits potenzielle Fusionspartner aus den USA bei der UBS gemeldet. Hintergrund ist der Streit um die verschärften Eigenkapitalvorschriften.
Laut dem Bericht sollen Führungskräfte der Grossbank und ihre Berater an «Notfallplänen» für den Fall arbeiten, dass die Schweizer Politik die geplanten strengeren Eigenkapitalvorschriften durchsetzt. Insbesondere UBS-Präsident Colm Kelleher soll zunehmend offen für einen Deal sein.
Dabei gehe es offenbar nicht mehr nur um theoretische Überlegungen. Laut dem Börsenblatt haben sich bereits potenzielle amerikanische Transaktionspartner bei der UBS gemeldet. Um welche Institute es sich handelt und wie konkret die Kontakte sind, sagt die Zeitung nicht.
Im Kern tischt das einflussreiche Journal etwa die gleiche Geschichte auf, die schon der SonntagsBlick vor drei Wochen brachte. Es geht im Prinzip um drei Szenarien: Die UBS wird übernommen – nur ein grosser Wall-Street-Player käme infrage. Die UBS fusioniert mit einer europäischen Grossbank. Oder die UBS kauft eine kleine Bank in den USA.
In allen Szenarien ginge es darum, den Sitz aus der Schweiz heraus zu verlagern. Damit soll die Bank die drohende Verschärfung der Eigenkapitalregeln umgehen, die von der Politik in Bern vorbereitet wird. Der Bundesrat will die Auslandstöchter der Grossbank künftig vollständig mit hartem Eigenkapital unterlegen. Der Ständerat hat sich für eine Quote von 90 Prozent ausgesprochen.
In wenigen Tagen wird sich die Wirtschaftskommission des Nationalrats mit dem Thema befassen. Ob sich die Nationalräte von diesen Drohgebärden einschüchtern lassen werden? Bisher hat das Lobbying der UBS jedenfalls grossmehrheitlich versagt.