Stunde der Wahrheit für die Wall-Street-Banken

Der Tradingboom verliert allmählich an Schwung. Das dritte Quartal dürfte nicht mehr ganz so gut ausfallen wie die Quartale davor.

Stunde der Wahrheit für die Wall-Street-Banken
Foto Daniel Lloyd Blunk-Fernández / Unsplash

Heute werden die vier US-Grossbanken JP Morgan, Goldman Sachs, Citigroup und Wells Fargo ihre Ergebnisse für das dritte Quartal präsentieren. Am Mittwoch sind dann die Bank of America und Morgan Stanley an der Reihe.

Nach dem phänomenalen zweiten Quartal dürften die Tradingerträge wohl ein wenig tiefer ausfallen. Analysten rechnen damit, dass die Tradingerträge gegenüber dem Vorjahr weiter steigen, aber nicht mehr so stark wie im zweiten Quartal, als das Wachstum noch 36 Prozent betragen hatte.

Wenn das Wachstum nachlässt, könnten die Banken versucht sein, höhere Risiken einzugehen, um ihre Renditen aufrechtzuerhalten. Vor dem Hintergrund der gestiegenen Kapitalmarktzinsen in den USA ist das nicht ungefährlich. Die höheren Renditen amerikanischer Staatsanleihen verteuern die Finanzierung und haben bereits dazu geführt, dass geplante Börsengänge verschoben wurden.

Outlier Goldman Sachs?

Goldman Sachs könnte sich allerdings als Ausreisser erweisen. Die Bank ist besonders stark im Wertschriftenhandel und Investmentbanking engagiert und profitiert entsprechend überdurchschnittlich von einer hohen Handelsaktivität. Analysten erwarten rund 30 Prozent höhere Tradingerträge.

Die Ergebnisse der amerikanischen Konkurrenten liefern auch einen ersten Anhaltspunkt für das Handels- und Investmentbanking-Geschäft der UBS. Die Grossbank veröffentlicht ihre Zahlen am 28. Oktober. Analysten rechnen für das Gesamtjahr mit einem Gewinn von 11,2 Milliarden Dollar. Damit könnte die UBS, abgesehen vom ausserordentlichen Buchgewinn aus der Credit-Suisse-Übernahme, erstmals seit 20 Jahren wieder einen zweistelligen Milliardengewinn erzielen.

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