Pensionskassen-Daten geklaut, Kühlschränke ausgeschaltet, ausser Kontrolle geratene KI-Agenten – das Schlagzeilen-Stakkato zeigt, dass bald jede oder jeder von einem Cyberangriff betroffen sein kann.
Obwohl Cyberangriffe gefühlt massiv zunehmen, verfügen gemäss dem Versicherungsmakler Aon erst rund 10 Prozent der Unternehmen über eine Cyberversicherung. Gleichzeitig sinken die Prämien. Dieser Trend setzte sich auch im ersten Quartal 2026 fort, wenn auch weniger stark als im Vorjahr.
Die Versicherungskapazitäten steigen, während die durchschnittliche Schadenshöhe rückläufig ist. Aon sieht die Gründe für die geringe Versicherungsdurchdringung weniger in fehlender Nachfrage als in der mangelnden Verständlichkeit und Umsetzbarkeit bestehender Angebote, heisst es im heute veröffentlichten Trendbarometer 2026.
Günstigere D&O-Versicherungen
Eine interessante Beobachtung macht der Aon-Trendbericht bei den sogenannten D&O-Versicherungen, also der Abdeckung von Haftungsrisiken von Verwaltungsräten und Geschäftsleitungsmitgliedern. Während die Risiken durch Cyberangriffe und strengere regulatorische Vorschriften ständig steigen, sinken die Prämien für Organhaftpflichtversicherungen in der Schweiz in den meisten Fällen.
Grund dafür ist laut Aon der zunehmende Wettbewerb durch neue Anbieter und zusätzliche Versicherungskapazitäten. Bei Unternehmen mit starkem US-Geschäft sowie in risikoreichen Branchen wie Pharma und Kryptowährungen bleiben die Versicherer allerdings zurückhaltend.
In den übrigen Versicherungssparten zeigen sich gegenläufige Entwicklungen. Während Unternehmen bei Sach-, Haftpflicht-, Transport- und M&A-Versicherungen von sinkenden Prämien und einem intensiveren Wettbewerb profitieren, steigen die Kosten für Motorfahrzeugversicherungen weiter – seit 2019 um durchschnittlich rund 20 Prozent. Auch bei Krankentaggeld- und Vertrauensschadenversicherungen verschärfen die Anbieter ihre Bedingungen und prüfen Risiken selektiver.